Donnerstag, 15. August 2019

Voll Aussie

Um ehrlich zu sein, hat es mich besonders nach Australien gezogen. Das Land war mir einfach zu groß, zu flach und zu weit von daheim entfernt. Trotzdem muss ich jetzt gestehen, dass ich doch gespannt bin, was uns dort erwarten wird.
Vor unserem Flug nach Australien haben wir uns schon über eine Unterkunft in Darwin schlau gemacht. Heutzutage gibt es für fast alles eine Facebook Gruppe, um schnell an nützliche Informationen zu kommen. Das gilt natürlich auch für Australien. Wir stoßen dort auf einen Artikel von zwei Reisenden, denen in einem der Hostels in Darwin das komplette Gepäck gestohlen wurde. Damit uns nicht das Selbe passiert, fragen wir daher nach dem Namen der Unterkunft. Daraufhin meldet sich ein Australier und bietet uns an bei ihm kostenlos zu bleiben, bis wir unsere Motorräder vom Hafen abholen können. Dave ist ebenfalls Motorradfahrer und besitzt ein schönes Grundstück etwas außerhalb von Darwin in Palmerston. Wir nehmen seine Einladung natürlich gerne an.
Als wir in Darwin landen ist es bereits dunkel, jedoch erst ungefähr 6 Uhr abends. Wir haben uns vorher nicht groß über unseren Ankunftsort informiert und erwarten eigentlich eine Millionen Stadt. Darwin gleicht jedoch eher einem Kaff. 
Bei der Einreise sind wir etwas aufgeregt, wegen der Falschangabe bei unserem Visaantrag, weshalb wir letztendlich, im Gegensatz zu Mike, keinen Gesundheitsnachweis erbringen mussten. Mike kann mit seinem britischen Pass die elektronischen Einreiseautomaten benutzen. Unsere Reisepässe mag der Automat aber leider nicht, was bedeutet, dass wir uns ganz normal mit den Einreise-Beamten unterhalten müssen. Obwohl die gute Dame zwar die ganzen Stempel in unseren Pässen sehen kann, stellt sie zum Glück keine Fragen bezüglich unserer Reisevorgeschichte. Erleichtert stehen wir daher auch schon kurze Zeit später auf australischem Boden und Mike hat erst recht einen Grund einen hohen Blutdruck zu haben, weil er 500$ für den blöden Gesundheitsnachweis hinblättern musste.

Zelten nicht weit entfernt vom Flughafen in DarwinEs ist noch nicht einmal 20 Uhr als wir aus dem Flughafengebäude kommen und die Stadt scheint zu schlafen, Die normalen Busse in die Stadt haben bereits den Betrieb eingestellt und es gibt nur noch sehr teure Shuttlebusse. Da wir sowieso nicht in die Stadt müssen, versuchen Miriam und ich herauszufinden, ob noch öffentliche Verkehrsmittel zu Dave nach Palmerston verfügbar sind. Mike will dagegen ins Stadtzentrum und entschließt sich für den teuren Shuttlebus.
Wir verlassen letztendlich das Flughafengelände zu Fuß, laufen durch einen kleinen Wald und kommen an einen kleinen Park, der direkt an diesen angrenzt. Weil zu dieser Zeit keine Busse mehr unterwegs sind, laufen wir auf einer gemähten Wiese eine paar Meter am Waldrand entlang und stellen dort einfach unser Zelt auf. Was sollen wir auch sonst machen? Alles ist geschlossen und eigentlich auch keiner mehr auf den Straßen.
Die Nacht ist sehr ruhig und wir werden erst wach, nachdem ein paar Jogger und ein Parkpflege Team auftauchen, die sich um den Rasen kümmern. Zum Glück scheint es niemanden zu interessieren, dass zwei doofe Touristen dort ein Zelt aufgeschlagen haben. Schon in den ersten Stunden in Australien fallen einem die vielen Tiere überall auf. Selbst hier in der bevölkerten Gegend sind unglaublich viele exotische Vogelarten unterwegs. Wahrscheinlich war das früher auch mal so in Südostasien, bis sie dort alles abgeknallt und gefressen haben.
Wir nehmen die öffentlichen Busse und stehen einige Zeit später dann auch schon auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Palmerston, wo uns Dave sogar abholt.

Dave und ich in der Kneipe
Dave ist richtiger Aussie, wie sich die Australier gerne selbst nennen. Das ist nicht zu verwechseln mit Ossi, obwohl diesem "Slang" zu lauschen, mindestens genau so amüsant ist. Er versucht zwar möglichst gut verständliches Englisch mit uns zu sprechen, aber sobald Besuch vorbeikommt, wird es sehr lustig und schwierig dem Gespräch zu folgen. Am ehesten kann man noch die Worte "Fuck" und "Cunt" verstehen. Die müssen offensichtlich in jedem Satz mindestens einmal vorkommen. Der Rest ist dann ein extrem verschwurbelter Kauderwelsch und benötigt alle Aufmerksamkeit, sobald man der Unterhaltung etwas folgen will. Auch wenn man manchmal nichts versteht, muss man bei so viel "Fuck" und "Cunt" regelmäßig grinsen und ungläubig den Kopf schütteln.
Wir verbringen fast zwei Wochen bei Dave, bis wir schließlich unsere Mopeds abholen können. In dieser Zeit haben wir oft das Haus ganz für uns alleine. Schon außergewöhnlich, dass er völlig fremde Leute zu sich nach Hause einlädt, ohne uns jemals zuvor gesehen zu haben. Umso mehr wundern wir uns noch, dass wir abends immer alles akribisch abschließen müssen, damit nachts niemand etwas klauen kann. 
Dave restauriert gerade ein altes Auto und ich helfe ihm während dieser Zeit oft dabei. Er zeigt uns auch etwas die Gegend, aber wirklich viel zu tun gibt es in Darwin nicht. Ich nutze die Zeit um ein paar Ersatzteile für unsere Motorräder zu bestellen und wir entscheiden uns auch unser Hilleberg Zelt gegen ein viel leichteres und kleineres MSR Zelt zu tauschen. Wir misten noch ein paar andere Dinge aus, welche wir in den 1,5 Jahren kaum benutzt haben und schicken das Ganze als Paket zurück nach Hause. 
Als es endlich soweit ist, dass wir unsere Mopeds abholen können, sind wir doch etwas aufgeregt, ob bei der Quarantäne alles glatt gehen wird. Wir beschließen zum Hafen zu trampen, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel dort hin gibt. Die Chance, dass jemand genau in unsere Richtung fährt, ist allerdings zuerst ziemlich aussichtslos. Wir machen uns daher eigentlich nicht viel Hoffnung und rechnen damit, ein paar Kilometer laufen zu müssen. Nach ca. 10 Minuten hält aber schon das erste Auto an und der nette Herr fährt uns tatsächlich den ganzen Weg zum Lagerhaus von Bollore, obwohl das schon lange nicht mehr auf seinem Weg liegt.

Alle drei Mopeds sind problemlos durch die QuarantäneDort müssen wir eine halbe Stunde warten bis die Quarantäne Leute kommen, um unsere Motorräder zu begutachten. Entgegen unserer Erwartung sind die Beiden ziemlich entspannt und freundlich. Schon beim ersten Anblick sind sie sichtlich zufrieden und wir werden gelobt, dass wir unsere Mopeds sehr gut gesäubert haben. Sie schauen nicht mal mehr unter die Verkleidung, sondern geben sich mit Fotos unserer Putzaktion in Dili zufrieden, welche zeigen, dass wir die Motorräder fast komplett zerlegt haben. Nach ca. einer halben Stunde sind beide Mopeds und das komplette Gepäck bereits abgefertigt. Mike kommt kurz darauf auch dazu und ist wenig später ebenfalls erfolgreich durch die Quarantäne.
Die Rechnung von Bollore Australien ist danach allerdings nicht so schön. Sie weigern sich die Sendung nur als eine Sendung zu behandeln, obwohl alle drei Motorräder in einem Container gekommen sind und die Sendung nur auf Mike's Namen läuft. Pro Motorrad sind dann noch über 60€ Assistenzgebühr bei der Quarantäne berechnet, obwohl die Arschgeige gar nicht dabei stand, sondern mit Mike telefoniert hat. Die bekommen wir dann schließlich nicht berechnet, als wir anmerken, dass das wohl ein schlechter Scherz sein soll. Am Ende sitzt man aber doch am kürzeren Hebel und muss einfach den Großteil der Kosten hinnehmen. Wir wussten schon aus Berichten im Internet, welche Summe ungefähr auf uns zukommt. Wenn man allerdings die Liste mit den unverschämten Gebühren vor sich hat, wird man darüber trotzdem ziemlich verärgert.

Moped Service in Dave's GarageBevor wir das Lagerhaus verlassen, verabschieden wir uns entgültig von Mike, nachdem wir über drei Monate meistens zusammen unterwegs waren. Er fliegt zurück nach England, um erst ein paar Wochen später wieder seine Reise fortzusetzen. Zurück bei Dave geben wir den Mopeds einen Öl- und Kühlflüssigkeits-Wechsel. Miriams Motorrad bekommt auch noch das Gabelöl erneuert. 
Ich will vor unserer Abfahrt unbedingt noch das Ventilspiel überprüfen lassen. Da ich keine Fühlerlehre dabei habe, konntaktiere ich einen Motorrad Service in der Nähe und der nette Herr erlaubt uns in seiner Werkstatt den Motor soweit selbst vorzubereiten, dass er nur noch kurz nachmessen muss. Die Ventile sind nach fast 60000 km immer noch völlig in Ordnung.
Wir sind bereit Darwin zu verlassen, doch sind uns bis ganz zuletzt noch nicht sicher, in welche Richtung wir eigentlich fahren sollen. Wir haben bereits ziemlich viele Leute gefragt. Die Einen sagen die kurze Strecke an die Ostküste sei besser, während die Anderen meinen, wenn man mehr Natur und viel weniger Menschen haben will, dann definitiv an die Westküste. Unser Endziel steht allerdings schon fest. Es ist Brisbane an der Ostküste.
Trotz der viel weiteren Strecke, entscheiden wir uns zunächst an die Westküste zu fahren und werden damit Australien quasi fast einmal umrunden. Unser Visum ist immerhin 6 Monate gültig und wir haben wenig Lust auf große Menschenmassen.

Die Salzwasserkrokodile sind kein Spaß hierTags darauf fahren wir deshalb nach Westen zum Litchfield Nationalpark. Im Hauptteil des Parks ist es noch relativ voll und der Campingplatz am Abend ist ziemlich gut besucht. Wir bekommen nur noch einen Zeltplatz direkt neben einem Schild, welches darauf hinweist, dass man im nahe gelegenen Fluss nicht schwimmen soll, da man von Salzwasserkrokodilen gefressen wird. Das fängt ja spitze an - Australien's Image, dass der Kontinent voller tötlicher Wildtiere ist, scheint also doch nicht ganz so weit hergeholt zu sein? Uns wird auch ziemlich schnell erklärt, dass die Situation mit den Salzwasserkrokodilen in ganz Nordaustralien maximal ernst zu nehmen ist. Das bedeutet niemals schwimmen gehen, niemals zu nah an Gewässern zelten und am besten nicht mehrmals zur gleichen Stelle an ein Gewässer gehen, falls man dort unbedingt hingehen muss. Der komplette Nationalpark ist auch mit Schildern versehen, die darauf hinweisen. Als es dunkel wird fliegen hunderte riesige Flughunde auf Futtersuche. Man kann sie weit über eine Stunde beobachten, wie sie in den Sonnenuntergang fliegen.
Am nächsten Morgen beschließen wir die touristischen Wasserfälle auszulassen und stattdessen lieber offroad Richtung Süden zu fahren. Es war sowieso ziemlich trocken und wir haben daher an den Wasserfällen nicht viel verpasst.

Riesige Termitenbehausungen im Litchfield Nationalpark
Die Mopeds haben im tiefen Sand ordentlich zu tunÜber den ganzen Nationalpark verteilt findet man gigantische Termitenbehausungen, welche haushoch überall herumstehen. In manchen Orten sind es ganze Ansammlungen mit Hunderten davon. Unsere Straße nach Süden ist schön abwechslungsreich. Wir haben kleine Flussdurchquerungen (zum Glück ohne Krokodile), Abschnitte mit sehr tiefem Sand und manchmal geht es fast querfeldein über karge Ebenen voller Termitenbehausungen hinweg. Auf der kompletten Strecke treffen wir höchstens drei Autos. Wir haben die australische Wildnis jetzt definitiv erreicht, aber wo sind die ganzen Kängurus von denen die Einheimischen alle reden? Nicht nur, dass wir sie natürlich unbedingt sehen wollen - wir wurden auch unzählige Male gewarnt nicht bei Nacht und in der Dämmerung zu fahren. Für Motorradfahrer sind Kängurus die gefährlichsten Wildtiere in Australien, da sie oft völlig unberechenbar auf die Straße springen.
Nachdem wir den Litchfield Nationalpark wieder verlassen haben, rollen wir weiter nach Katherine. Wir suchen dort am Stadtrand ein Platz für unser Zelt und finden einen geeigneten Ort auf einer Art Offroad Rennstrecke im Gebüsch. Und plötzlich sind sie überall - dutzende Kängurus springen herum und schauen uns neugierig zu. Am nächsten Tag sehen wir, dass sie hier in Katherine eigentlich überall herumhüpfen.

Fast schon zu kalt für mich - Thermal Quelle KatherineThermal Quelle in KatherineIn Katherine gibt es eine Thermalquelle mitten in der Stadt. Wir versprechen uns zwar nicht sehr viel davon, könnten aber durchaus mal wieder eine Dusche gebrauchen. Zu unserer Überraschung ist der Ort wirklich toll. Glasklares blaues Quellwasser fließt dort durch einen kleinen Regenwald und man kann den Strom entlang durch den Wald schwimmen. Das Wasser ist zwar nicht heiß, aber warm genug um längere Zeit darin zu verbringen. Außerdem ist die Außentemperatur sowieso weit über 30°C. Das Ganze ist sogar kostenlos. Leider ist gerade eine Baustelle in der Nähe, sonst wäre der Ort noch viel schöner. Anschließend biegen wir wieder ab nach Westen Richtung Kununurra.
Je weiter man ins australische Outback fährt, desto mehr Aboriginals trifft man. Aboriginals sind die Ureinwohner dieses Kontinents. Obwohl die Kolonialisierung von Australien schon vor über 200 Jahren stattfand, gibt es immer noch viele Probleme. Die Kulturen scheinen einfach zu verschieden zu sein. Die Kriminalitätsrate in den Gegenden mit vielen Aboriginals ist hoch, was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass es in deren Kultur kein "dein" und "mein" gab. Dazu kommen auch viele Drogenprobleme, hauptsächlich mit Alkohol. In vielen Gegenden ist er daher auch verboten oder wird sehr streng gehandhabt. Wir wurden auf jeden Fall ausgiebig gewarnt in diesen Gegenden extrem aufzupassen - allerdings ausschließlich von Weißen, was natürlich wieder zu denken gibt.
Das Bild, welches sich einem an diesen Orten offenbart, ist immer das Selbe. Man sieht dort nicht viele Weiße auf der Straße, da es auch ziemlich heiß ist. Im Gegensatz dazu sitzen in den Parks und vor den Supermärkten überall Aboriginals. Bis auf die Ostküste und Südostküste ist das eigentlich in ganz Australien so und das gibt einem doch irgendwie ein komisches Gefühl. Die weißen Australier sind normalerweise sehr kontaktfreudig und man wird eigentlich überall sehr schnell angesprochen. Mit den Einheimischen kommt man hingegen nur selten in Kontakt. Wenn man sie anspricht, sind sie zwar immer freundlich aber auch sichtlich darüber verwundert.

Ein Prachtexemplar von einem Boab BaumAuf unserem Weg nach Kununurra müssen wir schließlich auf halber Strecke bei Timber Creek einen Platz zum Schlafen finden. Schon etwas vor dem Örtchen macht ein großes Schild sofort klar, dass zelten nicht erlaubt ist. Wir kehren daher um und versuchen vor dem Schild einen geeigneten Platz zu finden. Damit wir Internet Empfang haben, wollen wir allerdings auch nicht zu weit von dem Städtchen entfernt sein. Ein schrottiges Auto biegt vor uns in eine Dreckstraße ein und Miriam beschließt hinterher zu fahren, um die Lokals nach einem Platz für unser Zelt zu fragen. Nach ein paar hundert Metern stehen wir auf einem freien Platz voller leerer Flaschen und Dosen. Dort stehen eine Hand voll Autos und eine große Gruppe Aboriginals mit Bier in den Händen, schaut uns ungläubig an. Mist - das war vielleicht nicht so schlau! Schnell umdrehen und einfach wegrasen ist aber vermutlich auch nicht so cool? Außerdem sind wir sowieso schon eingekreist. Eine nette Begrüßung ist daher wahrscheinlich besser. Wir sagen freundlich hallo und fragen nach einem Platz zum Übernachten. Die Jungs sind glücklicherweise ziemlich cool und einer von ihnen spricht auch ganz verständliches Englisch. "Mann ihr seid die ersten Weißen, die zu unserem Trinkplatz kommen und wisst ihr was? - Ihr habt die richtigen Leute gefunden!". Das sagt er ungefähr ein halbes dutzend Mal, während ich den ganzen Jungs die Hände schüttle. Ein paar Kilometer weiter auf der Hauptstraße sollten wir einen guten Platz finden können. Hier könnten wir nicht bleiben, weil das ihre Community ist. Nachdem ich allen die Hand gereicht habe, drehen wir wieder um und verabschieden uns. Unsere erste richtige Begegnung mit den Einheimischen war doch gar nicht so schlimm? Vielleicht hatten wir aber auch nur Glück, dass wir keine weißen Australier sind? Auf jeden Fall verbringen wir eine geruhsame Nacht ohne Komplikationen.

Unser Zeltplatz am Lake ArgyleTags darauf erreichen wir die Grenze zum Staat Westaustralien. Es gibt dort strenge Auflagen für die Einführung von Lebensmitteln und man muss daher eine richtige Grenzkontrolle durchlaufen. Wir treffen auch eine große Gruppe Deutscher, die uns einladen mit zu einem Campingplatz nach Kununurra zu fahren. Da wir aber zuerst noch zum Lake Argyle wollen, lehnen wir dankend ab.
Lake Argyle ist Australiens größter Stausee und mitten in der Wüste. Das Örtchen selber ist ziemlich touristisch und nichts Besonderes. Wir finden allerdings einen Aussichtsplatz etwas vorher direkt über dem See, welcher sich hervorragend zum Campen eignet. Man kann zwar von dort aus nicht wirklich zum Ufer des Sees gelangen, da der Hang extrem steil zum See hin abbricht, aber auch von weit oben kann man längliche, graue Objekte am Ufer erkennen. Es handelt sich um Süßwasserkrokodile. Angeblich gibt es in diesem See viele tausende davon. Im Vergleich zu Salzwasserkrokodilen sind Süßwasserkrokodile normalerweise nicht aggressiv. Man kann im Lake Argyle daher auch ohne Probleme schwimmen gehen, sofern man nicht aus Versehen auf eines der Krokodile drauftritt. Es ist daher auch besser, wenn man das von einem Boot aus macht.
Zum Frühstück am nächsten Morgen halten wir an einer Tankstelle und treffen die Gruppe Deutscher von der Staatsgrenze wieder. Sie gehen zu einem Ort, wo man Kängurus streicheln kann. Miriam ist blitzschnell überzeugt mitzukommen. Nach einem kurzen Telefonat sind wir auch angemeldet und folgen ihnen zum Ort des Geschehens.
Wir kommen zu einem staubigen Anwesen etwas außerhalb von Kununurra. Da kein Besitzer zu sehen ist und wir anscheinend warten müssen, schauen wir uns etwas um. Große Teile des Grundstückes sind eingezäunt und voller verschiedener Tiere. Plötzlich zischt eine junge Dame etwas unfreundlich, dass wir hier nicht herumlaufen sollen, sondern vor dem Haus warten müssen. Gute Güte - wir sind ja eigentlich noch auf dem Platz vor dem Haus. Die Gute muss sich wohl etwas entspannen. Das kann hier ja heiter werden?
Ein paar Minuten später kommt jedoch die Besitzerin aus dem Haus. Sie sieht aus, als hätte sie noch den Schlafanzug an, hat eine Flasche Bier in der Hand und strahlt über das ganze Gesicht, als sie uns willkommen heißt. Nach einer kurzen Einleitung erfahren wir, dass wir im Kangaroo Haven Sanctuary gelandet sind. Das ist eine Hilfs- und Rettungs-Organisation in Kununurra für einheimische Wildtiere, aber in erster Linie Kängurus.

So wohnen die Känguru BabysDas Kind im GlückSie führt uns ins Haus und wir stehen kurzerhand zwischen Küche und Esszimmer. Ohne große Worte bekommt fast jeder ein kleines Stoffbündel und ein Fläschchen in die Hand gedrückt. Aus jedem Stoff schaut ein winzig kleines Känguru und wartet auf seine Milch. Manche von ihnen haben noch nicht einmal ein richtiges Fell. Das sind die allerkleinsten Kängurus und weil sie noch so klein sind, wird es nachts zu kalt um sie außerhalb des Hauses zu haben.
Nachdem alle Känguru Babys gesättigt sind, gehen wir hinter das Haus wo es noch viel mehr Kängurus gibt. Vor den Gehegen sitzen bestimmt zusätzlich 100 wilde Kängurus und warten ebenso auf Futter. Auch die kennen die Fütterungszeiten ganz genau und wollen sich diese nicht entgehen lassen. Eigentlich ist das Ziel die großen Kängurus wieder frei zu lassen. Einige sind jedoch blind und können daher nicht mehr in die Wildnis geschickt werden. Anderen wiederum gefällt es einfach so gut, dass sie nicht mehr gehen wollen. Daher gibt es neben den zahlreichen Babys auch viele ausgewachsene Kängurus in den Gehegen. 
Die Gehege sind nach Arten, Alter und Gesundheitszustand getrennt. Die kleineren Exemplare werden Wallabys genannt und die ganz Großen sind die Red Kangaroos. Manche von ihnen werden so groß wie ein Mensch und sind in der Wildnis nicht gerade ungefährlich. Daher ist es toll, dass man hier im Kangaroo Haven den Tieren ganz nahe kommen kann.

Die größeren Kleinen haben FreigangLulu will nicht mehr in die Wildnis entlassen werdenNeben den unzähligen Kängurus gibt es hier auch noch Emus, Gänse, Enten, Bussarde, Papageien und jede Menge andere Vögel. Die meisten von ihnen wurden irgendwo verletzt und aus diesem Grund hier ins Kangaroo Sanctuary gebracht.
Wir verbringen hier über zwei Stunden und Miriam will gar nicht mehr gehen. Als die Besitzerin am Ende fragt, wo wir die Nacht verbringen werden und wir erklären, dass wir irgendwo zelten werden, dürfen wir unser Nachtlager bei ihr im Vorgarten aufschlagen. Miriam sieht sofort ihre Chance am nächsten Morgen nochmals Känguru Babys anfassen zu können. Da sie am nächsten Tag auch Geburtstag hat, passt das ganz gut. Besonders erstaunlich - ich habe sie noch nie so schnell so früh am Morgen aufstehen sehen. Nachdem wir anschließend den Ort verlassen, muss ich ihr allerdings noch viele Male erklären, dass wir keine Känguru Babys mitnehmen können. Ich glaube, sie hat es bis jetzt noch nicht kapiert...
Wir informieren uns bei der Touristeninformation in Kununurra, welcher Strecke wir weiter Richtung Westen folgen sollen. Von hier startet die berüchtigte Gibb River Road, eine fast 700km lange Offroad Straße bis nach Derby. Viele Touristen kommen extra hierher, um diese Straße zu fahren. Eigentlich war das auch unser Plan, es wird uns aber erklärt, dass es gerade extrem trocken ist und wir mit einer Strecke von fast 400km rechnen müssen, wo es ziemlich langweilig werden wird. Die Flüsse für die spannenden Flussdurchquerungen sind ausgetrocknet und auch die Wasserfälle weiter nördlich, sind ohne Wasser nicht besonders spektakulär. Aus diesem Grund entscheiden wir uns nur den ersten Teil bis El Questro zu fahren, um dann wieder umzukehren und zunächst wieder der Hauptstraße nach Süden zu folgen. 

Donnerstag, 1. August 2019

Putzen wie die Teufel

Wasser holen in einem kleinen DorfFalls es das Ende der Welt irgendwo geben sollte, stehen die Chancen gut, dass es irgendwo bei Osttimor ist. Viele Menschen wissen vermutlich nicht einmal genau, wo diese Nation eigentlich liegt. Vor seiner Unabhängigkeit im Jahre 2002, wurde das Land viele Male von verschiedenen Nationen erobert. Dementsprechend ist die vom Krieg gebeutelte Nation ziemlich arm. Auf unserer Fahrt zur Hauptstadt Dili passieren wir jedenfalls extrem elende Siedlungen.
Wir müssen uns aufgrund unserer Verschiffung leider etwas beeilen und fahren daher direkt nach Dili. Die Hauptverbindungsstraße von der Grenze zur Hauptstadt ist größtenteils eine staubige Dreckstraße. Da wir schon relativ spät über die Grenze gekommen sind, schaffen wir die restlichen 120 Kilometer nach Dili allerdings nicht mehr. Wir kaufen uns ein paar Instant Nudelsuppen und finden letztendlich einen geeigneten Platz zum Zelten.
Osttimor war sehr lange eine portugiesische Kolonie. Die Landeswährung ist, aus welchem Grund auch immer, US Dollar. Obwohl die Armut hier sehr groß ist, ist Osttimor alles andere als günstig. Die Hotelauswahl ist ziemlich begrenzt und wir treffen Mike wieder in einem kleinen Homestay, wo er bereits untergekommen war. Wir bekommen einen schäbigen Schlaafsaal mit 6 Betten und ohne Fenster. Wenigstens haben wir ihn zu dritt alleine für uns. Der Preis ist für Südostasien sehr teuer. Eine andere Wahl haben wir allerdings sowieso nicht, da dieses Hostel mit Abstand am günstigsten ist.
Um Fahrzeuge nach Australien zu bringen, müssen diese durch eine strenge Quarantäne. Besonders berüchtigt ist diese Quarantäne in Darwin - vermutlich da hier sehr viele Güter aus Südostasien ankommen. Wir haben schon von vielen Berichten gelesen und gehört, dass die Motorräder klinisch rein sein müssen. Fallen sie durch das Gutachten der Quarantäne, müssen sie zur Reinigung und das kostet viele hundert Euro bzw. AU$. Für die Reinigung planen wir daher eine komplette Woche ein.
Mike hat bereits bei einem lokalen Ford Händler nachgefragt, ob wir unsere Motorräder dort reinigen dürfen. Die Adresse haben wir aus dem Internet bekommen und der Laden (Entreposto Commercial de Timor) ist ein Seegen für uns. Der Besitzer ist Portugiese und erlaubt uns die Motorräder dort die komplette Woche zu putzen und abzustellen. Ohne seine Hilfe wäre das Ganze eine absolute Katastrophe geworden. Die ganze Stadt ist extrem staubig und dreckig. Die Motorräder vor dem Hotel auf der Straße zu putzen, hätte dementsprechend niemals funktioniert.

Die Biere sind klein, aber wenn's dem Rücken gut tutMoped zerlegt um alles reinigen zu könnenSo verbringen wir also eine komplette Woche bei Entreposto. Wir kommen morgens bei Ladenöffnung und gehen wieder, wenn der Händler schließt. Wir dürfen alle Reinigungsutensilien und sogar Werkzeuge benutzen, müssen aber sauber und ordentlich arbeiten - das sind unsere Bedingungen. Außerdem will der Besitzer am Schluss ein Foto von uns und seinem Team haben. Eine Bezahlung wollen sie nicht.
Die Reinigung ist absolut mühsam. Wir demontieren die Motorräder fast komplett, um jede noch so kleine Ritze mit der Zahnbürste und Benzin zu erreichen. Nach 1,5 Jahren hat sich überall so viel Staub und Dreck angesammelt, dass wir zwischendurch nicht sicher sind, ob man das je wieder sauber bekommen kann. Jeden Abend sind wir völlig eingesaut und mit Benzin durchtränkt. Der Rücken schmerzt und jeden Abend lindern wir ihn an der Hafenpromenade mit ein paar Bierchen. Dili hat einen großen modernen Supermarkt mit vielen europäischen Lebensmitteln. Er ist zwar teilweise irrsinnig teuer, aber die Preise für Käse und Brot sind in Ordnung. Nachdem wir viele Monate hauptsächlich Reis und Nudeln gegessen haben, gönnen wir uns die ersten Tage fast ausschließlich Käsebrötchen mit Tomaten.

Bye bye Südostasien!Die sauberen Mopeds und das Entreposto TeamEine Woche später ist das Wunder vollbracht. Die Motorräder sehen fast aus wie neu. Die ganze Aktion war wirklich eine scheiß Arbeit und wir können jetzt nachvollziehen, warum viele Leute ihre Reise in Malaysia oder Indonesien beenden.
Entreposto hilft uns sogar beim Transport zum Hafen. Wir rollen die Motorräder einzeln auf einen Pickup und werden in einer abenteuerlichen Fahrt zu Bollore, unserem Logistikunternehmen gefahren. Auf deren Gelände steht zum Glück schon der Schiffscontainer und wir können die Motorräder sofort einladen. Die Angst war schon groß, dass sie noch irgendwo herumstehen und wieder völlig eingestaubt werden.
Wir haben für die Verschiffung nach Australien nur zwei Versender gefunden. Bollore hat schnell geantwortet und der Preis war in Ordnung. Obwohl die Entfernung nach Darwin nicht besonders weit ist, kostet das Verschiffen richtig viel Geld. Wahrscheinlich ist es sogar die weltweit teuerste Cargoverschiffung.
Außerdem gibt es immer noch zahlreiche ungeklärte Fragen, die keiner wirklich beantworten kann oder will. Laut Bollore muss man einen eigenen Container mieten - uns wurde aber auch schon anderes erzählt. Angeblich kann man die Zollabfertigung in Darwin nicht selbst machen, sondern benötigt einen Agenten. In unserem Fall war das auch Bollore. Trotzdem kann uns Bollore Timor nicht im voraus sagen, welche Kosten wir noch bei Bollore Australien haben werden. In Osttimor haben sie auch keine Ahnung von den strengen Quarantäne Vorschriften in Australien. Für Bollore in Dili ist letztendlich der Job erledigt, sobald unser Container auf dem Schiff ist. Um alles danach müssen wir uns wieder selber kümmern. Es ist schon ziemlich seltsam, dass die selbe Firma in keinster Weise mit der anderen Seite kommuniziert.
Wie auch schon nach Borneo, handelt es sich um ein reines Cargo Schiff. Wir dürfen daher nicht mit an Board und die einzige Möglichkeit ist wieder einmal ein Flugzeug zu nehmen. Leider hatten wir nicht wirklich Zeit um Osttimor zu bereisen, aber wir sind uns auch nicht sicher, ob es das wirklich wert ist. Nach so langer Zeit in Südostasien sind wir letztendlich auch froh mal wieder in ein Land zu kommen, wo wir nicht als die reichen Weißen mit unendlich Geld gesehen werden.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen

Flores

Auf der Fähre nach Flores haben wir wieder jede Menge Zeit, denn es dauert über 8 Stunden. Die Hafenstadt dort heißt Labuan Bajo und liegt unmittelbar am Komodo Nationalpark, der aufgrund der einzigartigen Komodo Warane bekannt ist.
Diesen Teil von Flores hatten wir bereits 2008 schon einmal gesehen. Der Besuch des Nationalparks und unsere Tauchausflüge damals waren zwar fantastisch, Labuan Bajo selbst ist uns aber immer noch als absolut dreckigstes Drecksloch, welches wir jemals auf der ganzen Welt gesehen haben, in Erinnerung. Die Küste in der Stadt war meterhoch mit Müll bedeckt und die Abwässer aus den Wohnungen sind aus Abflussrohren einfach ins Meer geflatscht. Touristen gab es zu dieser Zeit fast noch keine.

Schöne Bucht bei Labuan BajoFischmarkt in Labuan BajoAls wir im Hafen einlaufen und die Menschenmenge sich zum Aussteigen bereit macht, werfen die Einheimischen noch kurz den restlichen Müll aus den Fenstern ins Meer. Das Verhalten der Leute hat sich also in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Wir sind zwar praktisch immer noch im Nationalpark, das interessiert hier aber eigentlich keinen Schwanz.
Labuan Bajo hat sich trotzdem stark gewandelt. Es ist viel größer, teurer und extrem touristisch geworden. Die abartigen Müllmengen sind erfreulicherweise verschwunden. Es ist zwar weit entfernt von sauber, sieht aber jetzt aus wie die meisten Städte in Südostasien.
Wir wollen eigentlich gerne den Nationalpark wieder besuchen und fragen in unserer Unterkunft nach. Mit allen Parkgebühren, Tourismussteuern, Transport, Konservierungsgebühren usw. kostet ein Tagesausflug auf einem vollgestopften Boot mittlerweile rund 50 € pro Person. Sind die noch ganz dicht?
Nach einigem Hin und Her beschließen wir schließlich, trotz der aberwitzigen Preise, ein letztes Mal nach Komodo zu fahren und buchen über unsere Unterkunft eine Tour für den übernächsten Tag. Natürlich müssen wir diese als Bestätigung auch gleich bezahlen – unser Vermittler muss ja schließlich sicher gehen, dass wir unsere Buchung auch ernst nehmen.
Den nächsten Tag verbringen wir dann sehr entspannt und fahren an eine nahegelegene Bucht ein bisschen außerhalb der Stadt. Später laufen wir noch etwas durch die Stadt und essen am Fischmarkt zu abend. Vorne an der Hauptstraße, wo sich die ganzen Touristen aufhalten, ist es jetzt ziemlich schwer geworden günstiges Essen zu bekommen. Es gibt hauptsächlich schicke Restaurants, wo einem beim Anblick der Preise die Ohren schlackern.

Eines der unzähligen vollgestopften Touristenboote - kein Platz mehr für unsAm nächsten Morgen müssen wir extrem früh aufstehen. Bereits um 5 Uhr soll es zum Hafen gehen. Der Besitzer unseres Gasthauses, welcher gleichzeitig unser Fahrer ist, scheint aber verschlafen zu haben. Wir müssen ihn wecken lassen, damit er uns schlaftrunken zum Pier fahren kann. Vorher besorgt er noch zwei billige Fresspakete an einem Straßenstand, welche er uns unmotiviert in die Hand drückt. Darin befindet sich ein traurig ausschauender Fisch und etwas Reis. Das ist also die Tagesverpflegung, die man für den Tourpreis von 50 € bekommt – klasse!
Als wir bei den Booten ankommen wirkt er sichtlich aufgeregt. Irgendwas scheint nicht in Ordnung zu sein. Es wird heftig diskutiert und Köpfe geschüttelt. Etwas später kommt er dann zurück und meint, dass die Boote alle voll wären und wir leider nicht an Board kommen können. Aufgrund der Vorgeschichte sieht es allerdings sehr danach aus, dass er einfach vergessen hat überhaupt für uns zu buchen. Ärgerlich auch deshalb, weil wir ja unbedingt als Bestätigung schon anzahlen mussten, einen kompletten Tag nur auf diese Tour gewartet haben und noch dafür extra um 4:30 Uhr aufgestanden sind. Es ist ihm auch sichtlich peinlich.
Zurück im Hotel beschließen wir später, dass wir die Tour einfach auslassen und stattdessen unser Geld zurück verlangen. Es ist sowieso viel zu teuer, die Boote waren extrem voll und wir haben den Park ja auch schon gesehen. Nach diesem Affentheater lassen sich die 100 € wirklich besser investieren.
Mike kommt an diesem Tag auch mit der Fähre in Flores an. Nachdem er die Umstände gehört hat, beschließt er ebenfalls zusammen mit uns am nächsten Morgen weiterzufahren. Labuan Bajo und Komodo Nationalpark ist leider eine schwere Touristen Abzocke geworden. Die Preise sind zum Teil völlig daneben, die Leute unmotiviert und trotz Nationalpark Schutzgebiet überall Müll. Interessanterweise ging das nicht nur uns so, sondern das haben wir auch von anderen Reisenden gehört. Was können die Einheimischen allerdings schon von den Touristen halten, wenn manche Leute eine private Bootstour in den Park für 1000 $ am Tag buchen? Richtig – weiße westliche Geldsäcke aus Ländern, wo anscheinend die Kohle einfach so vom Himmel regnet. Man kann ihnen daher kaum verübeln etwas vom Kuchen abhaben zu wollen.

Trinkwasser schöpfen an einem kleinen Dorfbrunnen
Fast alle kauen Betelnüsse in IndonesienKaum haben wir die Stadt verlassen, lichtet sich der Verkehr und die Landschaft wird sehr schön. Nach einigen Kilometern biegen wir nach Süden ab und fahren eine holprige Dreckstraße zu einem Vulkansee, wo es heiße Quellen geben soll. Der Ort ist zwar schön, man wird aber leider von Moskitos gefressen und die heißen Quellen eignen sich auch nicht zum Baden. Deshalb umrunden wir den See nur auf einem teils abenteuerlichen Pfad und fahren die restliche Strecke in die Berge nach Ruteng. Dort nehmen wir uns schließlich ein Zimmer, weil es anfängt zu regnen und ziemlich kalt geworden ist.
Der Regen hat am nächsten Tag zum Glück etwas nachgelassen und wir folgen zunächst einer kleinen Straße an die Nordküste nach Reo. Danach fahren wir Küstenstraße schließlich nach Osten. Hier haben wir dann definitiv die Touristengegenden hinter uns gelassen. Auf der kleinen Dreckstraße herrscht fast kein Verkehr mehr und wir verbringen ein paar tolle Nächte am Strand mit frischen Kokosnüssen. Wir fahren bis zur Provinz Maurole und biegen dann wieder ab ins Landesinnere. Städtenamen kann ich hier leider keine mehr finden. Als wir uns dem Kelimutu Nationalpark nähern wird es wieder etwas touristischer. Der Park ist bekannt für seine verschiedenfarbigen Kraterseen. Es gibt hier nicht wahnsinnig viel zu tun, aber man kann einen Blick auf die Krater werfen. Leider ist es Wochenende, was für Touristen mal wieder einen Preisaufschlag von 50% bedeutet und wir beschließen daher den Nationalpark auszulassen.
Die Passstraße zur Südküste ist allerdings fantastisch. Sie schlängelt sich auf einer winzigen Straße durch den Regenwald nach Süden. Auf halber Strecke finden wir ein verlassenes Häuschen mit einer kleinen Wiese davor. Da es bereits dunkel wird, scheint das für uns die beste Möglichkeit zu sein ein Nachtlager aufzuschlagen. Wir versuchen uns einigermaßen zu verstecken um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Bis zum nächsten Morgen funktioniert das auch ganz gut. Dann kommen uns allerdings viele neugierige Dorfbewohner besuchen um zu sehen, was die seltsamen Fremden da machen. Leider spricht keiner von ihnen Englisch. Die Unterhaltung ist daher wieder etwas mühselig.
Einige Kilometer weiter kommen wir nach Koka Beach. Der Strand kostet Eintritt und wir sind zuerst nicht sicher, ob es das wirklich wert ist. Der Preis ist allerdings verkraftbar und wir entscheiden uns zu riskieren, dass es eventuell ein Reinfall wird.
Entgegen aller Erwartungen ist die Bucht wirklich toll und für indonesische Verhältnisse richtig sauber. Es gibt dort nur zwei kleine Imbissbuden und in der zweiten Reihe ein paar ältere Bungalows in denen man übernachten könnte. Die Einheimischen dort scheinen den Strand etwas aufzuräumen, ansonsten wäre er kaum so sauber. In Anbetracht dessen und noch der Tatsache, dass wir am Strand campen dürfen, ist es das Eintrittsgeld allemahl wert.

Koka BeachWir nutzen den Rest des Tages zum schwimmen und entspannen. Miriam bläst ihren Stefan auf um damit die Bucht zu erkunden. Nach einiger Zeit kommen plötzlich ein paar Einheimische hektisch auf mich zugerannt und meinen es gäbe ein Problem mit Miriam. Ich folge ihnen eilig ein paar Meter hinüber zur anderen Bucht und sie zeigen aufgeregt Richtung Meer, wo Miriam etwas weiter draußen auf ihrem aufblasbaren Einhorn herumpaddelt. Sieht so weit alles in Ordnung aus - versuche ich ihnen zu erklären. Klar sie ist weit draußen, aber es scheint keine außergewöhnliche Strömung zu geben, sie ruft nicht um Hilfe, bewegen tut sie sich auch noch und gut schwimmen kann sie sowieso. Die Einheimischen sind schließlich sichtlich verdutzt, als ich wieder beruhigt an meinen Schattenplatz zurück kehre.
Die Aufregung bricht allerdings nicht ab und immer mehr Einheimische versammeln sich am Strand. Ich weiß, dass Asiaten meistens nicht gut oder gar nicht schwimmen können. Aber alle Bemühungen ihnen zu erklären, dass Miriam diese Strecke im Notfall auch locker ohne ihr Einhorn schwimmen könnte, schlagen fehl. Kurz darauf kommt sogar noch ein Boot um Miriam zu retten. Mittlerweile hat sie auch den Tumult am Strand bemerkt und kommt wieder zurück zum Ufer. Eine der Einheimischen ist Polizistin und springt sogar noch ins Wasser, um Miriam entgegen zu schwimmen. Sie ist fast den Tränen nahe und überglücklich, dass Miriam wieder heil an Land ist. Es war zwar letztendlich rührend, wie sich die Einheimischen um Miriam gesorgt haben, aber die Situation war eigentlich für jemanden der halbwegs schwimmen kann überhaupt nicht gefährlich. Wahrscheinlich haben sie trotzdem gedacht, dass ich ein Raben Ehemann bin.

Die Bambusspieße sind fast zu schwach für den FischMike und ich haben erfolgreich eingekauftGegen abend ziehen Mike und ich los ein paar Bierchen und etwas Essen zu organisieren. Allerdings gibt es keine richtigen Supermärkte in den kleinen Dörfchen. Wir können zunächst nicht einmal vernünftiges Gemüse finden. Als wir schließlich ein paar Einheimische fragen, führen sie uns in einen Schuppen im Hinterhof. Wir kommen uns schon vor wie illegale Drogen Dealer, aber in dem kleinen Kabuff sind dann tatsächlich allerlei verschiedene Gemüsearten. Anschließend finden wir noch drei Männer am Straßenrand die eine Hand voll Thunfische anbieten. Nach kurzem Feilschen bekommen wir zwei riesige Exemplare in die Hand gedrückt und machen uns wieder auf den Weg nach Koka Beach.
Miriam hat bereits alles für ein Lagerfeuer am Strand vorbereitet. Die zwei Fische spießen wir auf Bambus um sie über das Feuer zu hängen. Zum Glück haben Thunfische eine stabile Haut, ansonsten wäre es unmöglich gewesen die schweren Fische auf dem Bambusspieß zu befestigen. Aufgrund der Größe warten wir aber ca. zwei Stunden bis sie schließlich durch sind. Angerichtet werden sie traditionell auf Bananenblättern.
Wir sitzen den Rest des Abends völlig alleine im Sand neben dem Feuer. Bier, Meeresrauschen, Sternenhimmel - was gibt es Besseres? Koka Beach ist wirklich immer noch ein kleines Paradies.
Am nächsten Morgen ist das Wetter etwas schlechter geworden und wir fahren weiter nach Maumere. Maumere wurde uns als Geheimtipp zum Tauchen empfohlen. In der Stadt selbst gibt es absolut nichts zu sehen. Touristen gibt es hier auch fast keine. Etwas außerhalb finden wir eine günstige Unterkunft im Pantai Paris Homestay, wo wir unsere Zelte im Garten aufschlagen dürfen. Die Besitzerin spricht hervorragendes Englisch und betreibt ihr Homestay möglichst ökologisch. In einem Land wie Indonesien ist das wirklich ein kleines Wunder.
Wir wollen einen Tag tauchen gehen, aber das gestaltet sich schließlich gar nicht so einfach. Es gibt ganz weit außerhalb ein schweizer Tauchresort. Das ist aber hauptsächlich für Hausgäste und nur im Fall von freien Plätzen, nehmen sie auch auswärtige Leute mit. Zudem gibt es noch eine winzige einheimische Tauchschule relativ nahe an unserer Unterkunft. Wir haben schon Mühe überhaupt das Gebäude zu finden, da es sich irgendwo im Hinterhof befindet und von außen nur schwer zu erkennen ist. Es ist auch nur eine Person da und diese kann uns fast keine Auskunft geben. Wir sollen gegen abend noch einmal vorbeikommen - dann kommt der Rest des Teams vom Tauchen zurück.
Pünktlich um 19 Uhr stehen wir dort wieder vor der Türe und diesmal sind ein paar Leute mehr da, die auch einigermaßen Englisch sprechen. Wir bekommen am nächsten Tag eine Tour ganz für uns alleine mit drei Tauchgängen und werden sogar noch vom Homestay abgeholt. Der Preis ist nicht günstig, aber es gibt auch quasi keine Konkurrenz und damit auch keinen Wettbewerb. Es ist aber halb so schlimm und die Jungs sind auch ziemlich cool.

Beste Sicht trotz StrömungMiriam in der Mittagspause - Tauchen bei MaumereNach dem Frühstück am nächsten Tag fahren wir dann ca. 1 Stunde zum kleinen Hafen, wo unser Boot ablegt. Am Pier steht nur noch ein einziges zweites Tauchboot. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt. In anderen Tauchgebieten fahren normalerweise immer dutzende Tauchboote zur gleichen Zeit aus dem Hafen.
Auch hier in Maumere ist die Strömung stark und alle drei Tauchgänge sind Strömungstauchgänge. Das bedeutet man lässt sich mit der Strömung treiben und wird dann wieder vom Tauchboot geholt. Die Sicht unter Wasser ist trotz der Strömung phänomenal. Noch nie zuvor hatten wir so gute Sicht beim Tauchen. Die Korallenvielfalt in Maumere ist auch noch einzigartig. Es gibt im Vergleich zu anderen Tauchregionen kaum Bootsverkehr und das Riff ist noch in einem guten Zustand.
Am Ende des Tages sind wir froh, nicht in Labuan Bajo tauchen gegangen zu sein. Das abgelegene Maumere ist um ein Vielfaches schöner und unberührter.
Mike verlässt uns am nächsten Tag etwas früher. Er benötigt einen Gesundheits Check für sein Australien Visum, welchen er in Osttimor machen lassen kann. Das Visum für Australien war bisher eines der Aufwändigsten auf der ganzen Reise. Man muss ein 19 seitiges Online Formular ausfüllen und allerlei skurrile Fragen beantworten. Eine der Fragen ist, ob "man bereits länger als drei Monate außerhalb seines Heimatlandes ist". Natürlich hatte ich erst einmal "ja" angekreuzt, doch danach soll man dann sämtliche Länder während dieser Zeit mit Ein- und Ausreisedatum angeben. Darauf hatte ich keine Lust und hatte daher entschieden "nein" anzukreuzen. Was einem jedoch nicht gesagt wird ist, dass man bei der Antwort "ja" eine automatische Aufforderung bekommt, einen Gesundheits Check vorzulegen. Nun - Mike war so ehrlich und hatte sich die Mühe gemacht. Jetzt muss er daher leider zum Gesundheits Check. Wir haben bereits unser Visum. Es ist uns nur etwas mulmig, ob wir evtl. bei der Einreise Probleme bekommen werden.

Blick vom Mt. Egon auf die KüsteIm Krater vom Mt. EgonMiriam und ich fahren an diesem Tag zum Mount Egon, einem aktiven Vulkan etwas östlich von Maumere. Diesen Berg kann man tatsächlich noch ganz ohne Eintrittsgebühren besteigen. Wahrscheinlich aber nur, weil es hier sowieso fast keine Touristen gibt. Die Wanderung führt mit tollem Ausblick bis zum Krater. Mit etwas Geschick kann man auch in diesen hinabsteigen. Der Grund des Kraters sieht aus wie ein ausgetrockneter See. Er ist fast komplett verschüttet, aber auf der einen Seite geht noch ein tiefes Loch in den Hauptkrater. Den Boden kann man nicht sehen, aber es brodelt gefährlich aus der Tiefe. Auf der anderen Seite kommt mit unglaublichem Druck Schwefeldampf aus ein paar Löchern. Es hört sich an wie ein startender Jumbojet. Auf dem Rückweg wird es dann auch schon wieder ziemlich frisch. Kaum zu glauben, dass es in Indonesien so frisch werden kann.
Am nächsten Morgen fahren wir dann auch die restlichen Kilometer bis Larantuka, wo die Fähre nach West Timor ablegt. Wir wollen die Fahrpläne für die Schiffe herausbekommen, doch das gestaltet sich als äußerst schwierig. Nachdem ich dutzende Leute gefragt habe, scheint zumindest klar zu sein, dass am nächsten Tag eine Fähre nach Westtimor ablegen wird. Allerdings haben wir drei verschiedene Abfahrtszeiten und die Tickets kann man nur vor der Abfahrt kaufen. Aufgrund der ganzen Verwirrung nehmen wir uns einfach ein Zimmer und ich fahre am nächsten Morgen schon bevor der Ticketschalter öffnet um 6 Uhr zum Hafen. Letzendlich muss ich dort zwar noch zwei Stunden warten, aber wir bekommen unsere Tickets für die nächste Fähre.
Als ich zum Hotel zurückkehre ist Miriam schon ganz aufgeregt. Ihr wurde erklärt, dass die Chance äußerst gering ist noch ein Ticket zu bekommen. Die ersten Autos haben auch schon das Hotel verlassen um zur Fähre zu fahren. Bis die Fähre dann aber tatsächlich ablegt, vergehen noch ein paar Stunden.

Westtimor

Miriam im Ninja Turtle Fleece zwischen den Menschen und AbgasenDie Überfahrt dauert dieses Mal 15 Stunden und, wie soll es auch anders sein, wir kommen wieder mitten in der Nacht an. Beim Aussteigen aus der Fähre bietet sich wieder ein einzigartiges Spektakel, welches auch in Indien hätte sein können. Die Fahrzeuge sind extrem dicht aneinander geparkt, Man kann sich kaum daran vorbeiquetschen. Schon eine halbe Stunde bevor die Schiffsluke öffnet, stehen alle Passagiere bereits bei den Fahrzeugen und starten die Motoren. Es ist abartig heiß im Frachtraum und man könnte es noch verstehen, falls die Autos und Lastwagen eine Klimaanlage hätten - haben sie aber nicht. So stehen also hunderte Leute samt Kinder, Hühner, Ziegen usw. für mindestens eine halbe Stunde hustend in den Abgasen.
Als wir schließlich schon etwas bedudelt aus der Fähre kommen, fahren wir erst gar nicht in die Hauptstadt Kupang, sondern biegen recht zügig in einen verlassenen Feldweg ein, wo wir unser Zelt aufschlagen können. Bis wir dann im Bett liegen ist es schon 3 Uhr nachts.
An Kupang selbst sind wir nicht groß interessiert. Wir fahren lieber an die Südküste nach Oetune, wo es schöne Dünen am Strand geben soll. Die Straße wird allerdings immer schlechter und am Ende ist sie kaum mehr fahrbar. Wir wundern uns schon wie das sein kann und kommen schließlich an einen großen Fluss. Verdammt gibt es hier keine Brücke? Wir hätten wohl die Straße weiter nördlich nehmen müssen, aber das wäre jetzt wieder über 70 Kilometer zurück.

Die Einheimischen wissen den Weg über den FlussMiriam arbeitet sich durchs grobe FlußbettWir kommen in ein kleines Dorf und ich versuche die Einwohner zu fragen. Die schicken uns zuerst wieder die ganze Straße zurück, aber als wir fragen, ob man nicht irgendwo durch den Fluss fahren kann, heisst es, dass das weiter unten am Fluss vermutlich ginge. Wir versuchen unser Glück und finden tatsächlich eine Stelle, wo wir es schaffen auf die andere Seite zu kommen. Das Wasser ist zwar nicht sonderlich tief, aber es sind extrem große Kieselsteine im Fluss und der Untergrund ist unangenehm holprig und weich. Ein paar einheimische Jungs helfen uns noch dabei. Nach wenigen Kilometern Sand stehen wir dann wieder auf gutem Asphalt und sind froh, dass wir nicht wieder alles zurückfahren mussten.
Oetune ist so winzig, dass man es nicht einmal als Dorf bezeichnen kann. Ein paar Häuser stehen verstreut zwischen Palmen und Feldern. Wir haben Mühe etwas zum Essen einzukaufen. Außer Eier und Instantnudeln gibt es nichts.

Dünen und Strand soweit das Auge reicht
In der Nähe der Dünen finden wir dann ein verlassenes Resort. Vermutlich war das mal ein schöner Ort, aber jetzt stehen dort nur noch ein paar heruntergekommene Häuser. Anstatt unser Zelt dort aufzustellen wollen wir lieber etwas näher an die Dünen kommen. Leider scheint das alles Privatgelände zu sein. Ein Einheimischer auf einem Moped sieht unsere planlosen Gesichter und zeigt uns schließlich den Weg mitten durchs "Privatgelände". In Indonesien sieht man das eben alles etwas lockerer als bei uns.
Auf den Dünen ist es zu windig. Daher schlagen wir unser Lager etwas dahinter neben ein paar Palmen auf. Es ist uns zu kalt zum Schwimmen, aber die Dünen und der kilometerlange menschenleere Strand sind wirklich gigantisch.
Nach einer erholsamen Nacht geht es wieder in die Berge. Wir fahren ins Landesinnere zum Nuaf Nefomasi. Die kleine Passstraße schlängelt sich tief in die Berge. Am Ende wird sie wieder ziemlich unwegsam und führt durch ein kleines Bergdorf bis sie in einem großen Laubwald endet. Es sieht hier überhaupt nicht mehr nach Südostasien aus. Wir können sogar das Wasser direkt aus einem kleinen Bach trinken ohne es zu filtern. Leider führt der kleine Dreckweg in die falsche Richtung und wir müssen am Ende wieder umkehren.

Schöne Offroad Straßen in WesttimorCampen im Wald in WesttimorDa es auch schon langsam wieder spät wird, verlassen wir die kleine Straße und fahren ein paar hundert Meter in den Wald. Es ist kein dichter Wald, sondern eher eine Almwiese mit Laubbäumen und frei laufenden Pferden. Dort schlagen wir unser Zelt auf und gehen davon aus, dass uns dort niemand findet.
Am nächsten Morgen kommen allerdings schon die ersten Leute vorbei. Wo zum Teufel kommen die immer her? Hier gibt es wirklich nichts und es ist auch noch im Wald. Sie sind wie immer sehr nett, aber sprechen kein Wort, sondern schauen uns nur mit großen Kulleraugen an und lächeln ab und zu. Das ist zwar in Ordnung, aber man fühlt sich halt doch immer die ganze Zeit etwas beobachtet.
Es wird Zeit für uns nach Osttimor aufzubrechen, da wir die Überfahrt nach Australien organisieren müssen. Wir haben zwar schon vorher Kontakt mit den Logistik Unternehmen aufgenommen und haben auch schon einen Termin, trotzdem gibt es aber noch einige Unklarheiten.

Entspannte Grenzbeamte in Osttimor Die Grenze ist nicht mehr weit und wir sind daher nicht besonders in Eile. Ein einheimischer Motorradfahrer erklärt uns noch, dass die Grenze erst um 17 Uhr schließt. Als wir dort ankommen ist es 15:40 Uhr. Ein aufgeregter Grenzbeamter kommt sofort auf uns zu und meint wir müssten uns extremst beeilen, da wir nur noch 20 Minuten hätten. Wir haben nicht mit einer Stunde Zeitverschiebung in Osttimor gerechnet und jetzt wird es daher knapp. Wir erleben die schnellste Zollabfertigung auf unsere ganzen Reise. Einer der Männer zeigt uns dann noch den Weg auf seinem Moped, damit wir schnell zur Seite in Osttimor finden. Erlaubt ist 20 km/h und wir fahren mit ca. 70 km/h. Ehe wir es rechtzeitig bemerken, rasen wir durch ein Tor an vier bewaffneten Militärleuten vorbei. Wir halten kurz dahinter an und vermuten, dass das bestimmt nicht gut war. Doch die Jungs winken einfach nur wie wild und machen Zeichen, dass wir uns beeilen sollen. Kurz vor knapp stehen wir am Zoll von Osttimor. Die Röntgenmaschine ist schon abgeschaltet, aber wir sollen trotzdem unsere Taschen abmachen. Einer der Beamte wirft einen kurzen Blick hinein und winkt uns dann durch. Das ganze Gepäck abmachen und wieder am Motorrad befestigen, dauert jedoch trotzdem seine Zeit. Am Ende warten mindestens sechs Zöllner, bis wir endlich fertig sind. Die Männer sind aber völlig entspannt, obwohl es mittlerweile schon 17:30 Uhr geworden ist und Zeit für eine Fotosession bleibt allemal. Wenn das kein gelungener Start für Osttimor ist...

Mittwoch, 3. Juli 2019

Denn sie wissen nicht was sie tun

Bali

Balis Hauptstraße an der Südküste entlang hat deutlich mehr Verkehr. Deshalb entscheiden wir uns für die Nordküste. Wir sind von der vorherigen Nacht am Ijen ziemlich müde und fahren daher nur noch bis Banjuwedang, wo wir den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Auch am nächsten Morgen kommen wir nicht besonders weit. Wir fahren die wenigen Kilometer nach Pemuteran, wo es direkt an einen schönen Strand ein tolles Schnorchelprojekt geben soll. Biorock wird es im Internet genannt - angeblich das größte künstliche Riff seiner Art. Nachdem durch Dynamitfischen und Umweltverschmutzung alles kaputt gemacht worden ist, ist es zwar löblich, dass hier wieder versucht wird ein künstliches Riff aufzubauen, die Schnorchelerfahrung würde ich aber eher als bescheiden bezeichnen. Man hat ein paar betonähnliche Strukturen im Meer versenkt, wo sich langsam wieder neues Leben ansiedelt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Es ist schon wieder Nachmittag geworden und wir suchen uns daher eine Unterkunft ganz in der Nähe. Manchmal ist etwas Entspannung eben auch ganz schön.

Die armen Viecher warten auf die nächste Fotosession
Es wird mit Allem Geld gemachtAm nächsten Morgen fahren wir weiter die Küste entlang bis Bubunan und folgen dort einer kleinen ganz netten Passstraße bis zu den Zwillingsseen Danau Buyan und Danau Tamblingan. Hier wird es dann plötzlich richtig touristisch. Wir haben schon etwas Mühe ein Frühstück zu finden, welches nicht so viel wie in einem Restaurant daheim kostet. Als wir dann noch einen stinknormalen Wasserfall besuchen wollen und dort auch schon wieder ordentlich kassiert wird, beschließen wir einfach weiter Richtung Ubud zu fahren.
Kurz darauf passieren wir noch eines der Haupt-Fotomotive in Indonesien, das Gate of Bali. Was auf allen Bildern so idyllisch aussieht hat leider nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Zwei verschnörkelte Mäuerchen mit Durchgang stehen auf einer Wiese und eine riesige Menschentraube steht davor um Fotos davon zu machen - natürlich in völliger Einsamkeit. Für diesen einmaligen Schnappschuß darf man natürlich auch noch ordentlich bezahlen.
Gate of Bali - ich bin aus dem HäuschenDen Rest der Strecke bis Ubud stehen wir dann im Verkehrsstau und oft geht einfach gar nichts mehr voran. Bis wir endlich in Ubud ankommen, haben wir eigentlich schon gar keine Lust mehr. Miriam und ich waren hier schon einmal vor über 10 jahren. Der damals noch ziemlich idyllische Ort ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die Straßen sind vollgestopft mit Souvenirläden, Restaurants, Bars und Hotels. Man kann sich kaum bewegen ohne jemanden anzurempeln. Wir beschließen am nächsten Tag wieder abzureisen und die Sehenswürdigkeiten kein zweites Mal zu besuchen.
Wäre es nach mir gegangen, hätte ich sofort die kürzeste Route nach Osten genommen und die Insel gleich wieder verlassen. Die Prinzessin hat aber leider keine schönen Klamotten mehr und muss unbedingt shoppen gehen. Wir machen daher noch einen Abstecher nach Süden in die Tourihochburg Kuta und stecken natürlich mal wieder hoffnungslos im Verkehr fest. Mike fährt erst etwas später hinterher.
Der komplette Weg bis in den Süden ist mittlerweile Stadt. Für die 30 Kilometer brauchen wir daher fast 1,5 Stunden. Nachdem wir dort endlich ankommen, hat das Kind eigentlich schon gar keine Lust mehr zum Einkaufen. Erst nachdem ich ihr etwas patzig erkläre, dass wir nur in diese "Kack"-Stadt gefahren sind, weil sie unbedingt Klamotten haben wollte, schlappt sie ein bisschen unmotoviert durch die Läden. Sie findet natürlich nichts - danke Miriam!
Zumindest sind wir uns einig, dass wir die Nacht nicht in Kuta verbringen wollen. Mike ist mittlerweile auch im Süden angekommen und hat Miriam Fotos von seinen ersten Surfversuchen in Canggu geschickt. Angeblich ist es dort auch nicht mehr ganz so schlimm wie in Kuta. Aus diesem Grund fahren wir wieder die Küste etwas hinauf und nehmen uns dort auch eine Unterkunft.

Hunde benötigen viel Schlaf, auch in der WäschereiDer kleine Teufel - bzw. TeufelinAbends treffen wir uns mit Mike in einer Kneipe. Wir müssen dafür ein paar Kilometer laufen, da wir etwas außerhalb des Trubels wohnen. Die Kneipen dort sind allerdings abartig laut und die Bierpreise so hoch, dass wir keine Lust mehr darauf haben. Ziemlich schnell verabschieden wir uns daher wieder, kaufen uns noch ein Bier im Supermarkt für den langen Heimweg und bahnen uns den Weg zurück durch die dunklen Gassen. Nicht mehr weit vom Hotel entfernt kommt ein kleiner Hund auf Miriam zugerannt. Nach einer ausgiebigen Streicheleinheit wollen wir weiterlaufen, aber der kleine Hund folgt uns einfach. Einer der Einheimischen ruft uns noch entgegen, dass wir ihn mitnehmen sollen - aber was sollen wir mit einem Hund? Der kleine Kläffer kommt letztendlich den ganzen Weg durch die stockdunkle Nacht bis zu unserem Zimmer hinterher. Miriam ist, ganz im Gegensatz zu mir, sehr entzückt. Wir können doch nicht irgendwelche Straßenköter mit ins Hotelzimmer nehmen. Was würden denn da die Besitzer sagen, wenn das alle Touristen machen? Leider hat der kleine Teufel aber Miriam schon um den Finger gewickelt und kurze Zeit später steht schon ein herrlich gepolstertes Bett für ihn bzw. sie in unserem Zimmer bereit. Ganz toll Miriam - jetzt kann sich der kleine Hund auch noch an uns gewöhnen, das macht alles noch so viel einfacher! 
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen hat Miriam mit der Besitzerin ausgemacht, dass der kleine Hund vorerst hier bleiben darf, bis sie eine bessere Lösung gefunden hat. Wir fahren erst einmal zum Surfstrand. Miriam hat jetzt nämlich beschlossen Surfprofi zu werden. Außerdem finden wir hier vielleicht jemanden, der einen Hund haben will. Als wir den Hof verlassen wollen, kommt sie auch schon wieder hinterhergeflitzt. Wir können sie aber nicht mitnehmen. Darum müssen wir die Tochter der Besitzerin bitten sie festzuhalten, bis wir weit genug entfernt sind und sie uns nicht mehr folgen kann.

Die Surf-Karriere kann beginnen
Das Wetter ist ziemlich rauh an diesem Tag. Die Wellen sind eigentlich für Anfänger zu hoch und die Temperatur könnte auch wärmer sein. Miriam hat eigentlich schon keine Lust mehr. Die Bedingungen sind für eine Prinzessin nicht angemessen genug. Erst als ich ihr erkläre, dass das für lange Zeit die letzte Chance sein wird ihre Surf-Profi Karriere zu starten, leiht sie sich endlich ein Brett und "stürzt" sich in die Fluten. Zehn Minuten später steht sie wieder schlotternd und pudelnass am Strand. Sie hat beschlossen doch lieber kein Surfprofi mehr zu werden. Wir fahren daher wieder zurück ins Gasthaus damit sie sich unter der Dusche wieder aufwärmen kann. Als wir dort ankommen, wartet der kleine Hund bereits sehnsüchtig. Ein junger Mann aus Holland vom Zimmer nebenan hat sich in der Zwischenzeit etwas um sie gekümmert. Wir kommen mit ihm ins Gespräch und gehen zusammen abend essen. Diesmal ist der kleine Hund natürlich mit von der Party.
Auch am nächsten Tag dackelt uns der kleine Kläffer überall hinterher - ins Restaurant, in den Waschsalon, in den Supermarkt. Da ziemlich viel Verkehr ist muss man ihn immer wieder tragen, damit er nicht aus Vesehen überfahren wird. Miriam hat sich erkundigt und die Tierheime sind alle voll. Kein Wunder, denn Straßenköter gibt es hier überall. Daher will auch keiner der Einheimischen unbedingt einen Hund haben. Wir müssen uns aber etwas einfallen lassen, da wir ihn definitiv nicht mitnehmen können. Unser holländischer Nachbar bleibt noch ein paar Tage länger in der Gegend und nimmt sich dem Hund gerne an. Das scheint auch die beste Lösung zu sein um vielleicht noch einen passenden neuen Besitzer zu finden. Ein paar Tage später bekommen wir die Nachricht, dass er mit ihr in ein anderes Hotel gezogen ist, wo es mehr Touristen gibt. Die Chance sei dort deutlich höher jemanden zu finden. Zumindest sind alle Gäste dort sehr entzückt und kümmern sich gut um den kleinen Hund. Hoffentlich hat er ein gutes neues Herrchen finden können.
Wir machen uns auf den Weg zum Fährhafen an der Ostküste und nehmen das nächste Schiff nach Lombok. Ich bin froh Bali endlich zu verlassen. Mir hat es schon vor zehn Jahren nicht wirklich gefallen. Jetzt ist es aber einfach nur noch schrecklich. Mike vermisst das Party Leben ein wenig und will daher noch ein paar Tage auf Bali verbringen.

Lombok

Der Fährhafen in Lombok ist in Lembar etwas südlich der Stadt Mataram. Das kommt uns ganz gelegen, da wir so erst gar nicht aus der Stadt fahren müssen. Es gibt hier gleich viel weniger Touristen und wir haben wieder Raum zum Atmen.

Miriam stürzt sich in die FlutenSaubere Strände sind in indonesien selten gewordenEs ist schon recht spät und wir folgen der kleinen Straße nur noch bis nach Blongas, wo wir einen ganz netten Platz am Strand für unser Zelt finden können. Leider ist mal wieder alles voller Müll, aber daran haben wir uns mittlerweile schon gewöhnt. Am nächsten Tag verlassen wir die asphaltierte Straße ziemlich zügig und fahren auf Dreckstraßen an der Küste entlang um einen schönen Strand zu finden. Die Straße ist ziemlich schlecht aber endlich sind wir wieder weg von den Menschenmassen. Hier gibt es auch kaum mehr Müll. Als wir wenig später über einen steilen steinigen Pass fahren, erblicken wir einen riesigen leeren Strand. Nur ein paar Bauern wohnen einige hundert Meter entfernt in einfachen Behausungen. Die Einheimischen dort sind sehr freundlich und lassen uns unsere Motorräder bei ihnen im Hof parken. Wir verbringen einige Zeit am Strand. Es kommt keine einzige Menschenseele vorbei.

Wasserexplosion in LombokSchöne Dreckstraße an der Küste entlangEinige Zeit später kommen wir wieder auf Asphalt. Ganz in der Nähe gibt es noch einen Ort wo die Gischt gegen die Klippen prallt und das Wasser danach eine Art Wasserfall am Meer bildet. Die "Straße" dorthin ist etwas schwierig zu finden und wir stecken irgendwann auf einem schmalen zugewachsenen Pfad ziemlich im Gebüsch fest. Nachdem wir uns dort durchgekämpft haben, treffen wir auf ein paar Einheimische, die uns letztendlich einen kleinen abenteuerlichen Wanderweg zu einer kleinen Parkfläche am Meer zeigen. Von dort an müssen wir die letzten paar hundert Meter den Strand entlang laufen. Auch hier sind wir wieder ganz allein. Der Wasserfall selbst ist letztendlich nicht gerade spannend. Jedoch die Wellen klatschen unglaublich heftig gegen die Klippen und das Wasser explodiert förmlich dabei. Das sieht am Ende dann doch ziemlich cool aus.
Anschließend fahren wir die letzten Kilometer nach Kuta Lombok. Zum Glück hat dieses kleine Touristen Örtchen noch nicht viel mit seinem Namensverwandten auf Bali zu tun. Vermutlich hat es einmal so in Bali vor über 30 Jahren ausgesehen. Wir finden eine schöne günstige Unterkunft und ruhen uns dort einen Tag aus. Außer chillen und surfen gibt es hier allerdings nicht wirklich viel zu tun.

Die kleine Miriam mit ihrem Motorrad auf der Klippe
Warten auf die Fähre nach SumbawaLomboks Südwesten ist dann wieder deutlich touristischer und dichter besiedelt. Bevor wir die Insel verlassen, ist uns noch der Pink Beach auf einer Halbinsel ganz im Südosten empfohlen worden. Dorthin führt eine ziemlich bescheidene Dreckstraße mit vielen Schlaglöchern. Als wir fast da sind kommen wir an eine heruntergelassene Schranke. Ein paar Jungs lümmeln daneben sichtlich gelangweilt im Schatten herum und wollen natürlich, wie soll es auch anders sein, wieder Geld. Wir lehnen dankend ab und folgen der Dreckstraße bis zum Ende. Dort gibt es zum Glück einen tollen Aussichtspunkt von den Klippen. Somit war die Fahrt wenigstens nicht komplett umsonst. Auf derm Rückweg finden wir dann eine kleine Straße zum "alten" Pink Beach und folgen dieser bis zum Strand. Ein paar zerfallene Hütten und jede Menge Müll lassen erahnen, dass es vor vielen Jahren vielleicht mal ein schöner Ort war. Jetzt kann man hier wohl kein Geld mehr verdienen und der Ort ist einfach nur noch verwahrlost. Trotzdem kann man von dort auch den neuen Pink Beach sehen. Er ist weder pink noch besonders sauber. Zum Glück haben wir den Eintritt nicht bezahlt.
Am nächsten Morgen nehmen wir die Fähre nach Sumbawa. Wir hätten eigentlich noch gerne den Mount Rinjani bestiegen. Leider hat Indonesien auch dort entschieden, dass man dafür einen Guide benötigt und dieser kostet natürlich wieder richtig viel Geld. Daher müssen wir Indonesiens zweithöchsten Berg auch auslassen. Trotzdem hat uns Lombok ganz gut gefallen. Vorallem der Südwesten der Insel ist noch richtig natürlich und einsam.

Sumbawa

Salak (Schlangenfrucht) schmeckt in Sumbawa besonders gutWasserfall auf SumbawaDie Insel Sumbawa ist nicht wirklich bekannt. Die meisten Touristen sind hier hauptsächlich auf der Durchreise. Wirklich große Attraktionen gibt es hier auch nicht. Trotzdem wollen wir nicht den direkten Weg nach Osten nehmen, sondern fahren zunächst in den Süden. Wir besuchen den Semporon Tangkel Wasserfall, weil die Fotos im Internet ganz nett aussehen. In Wirklichkeit ist es aber nichts Besonderes und keinen großen Umweg wert. Es gibt zu dieser Zeit nicht viel Wasser und besonders hoch ist er auch nicht. Ein paar einheimische Jungs haben aber jede Menge Spaß von den Felsen und Bäumen ins Wasser zu springen.
Die kleine Straße schlängelt sich in den Süden und es herrscht kaum Verkehr. So macht es auf dem Motorrad richtig Spaß und man muss nicht ständig höllisch auf den Verkehr achten. Wir fahren bis Pantai Maluk, weil uns erzählt wurde, dass der Strand dort toll sein soll. Als wir ankommen hält sich die Begeisterung mal wieder in Grenzen. Es gibt hier hauptsächlich einheimische Touristen und man kann wohl gut Party machen. Wahrscheinlich gefällt es den Leuten deshalb so gut - der zugemüllte Strand kann es jedenfalls nicht sein. Trotzdem setzen wir uns noch etwas in den Sand um den tollen Sonnenuntergang zu sehen.

Miriam nimmt ein Morgenbad mit ihrem Einhornboot
Zum Frühstück gibt es SalakWir suchen nach einem Platz für unser Zelt doch hier ist es zu voll. Ein paar ausländische Surfer geben uns einen Tipp ein paar Kilometer weiter südlich und wir beschließen den Strand dort auszuprobieren. Wir haben fast nichts mehr zu Essen und kaufen daher einen großen Sack frischer Salaks. Diese Frucht hat eine Schale wie eine Schlangenhaut und wird daher auch Snake Fruit genannt. Geschmacklich ist sie mit nichts anderem vergleichbar. Ich finde sie extrem lecker. Miriam findet sie nur halbwegs in Ordnung, frisst aber trotzdem immer meine ganze Tüte leer. 
Bis wir dort ankommen ist es zwar schon fast dunkel, aber wir haben den Ort ganz für uns alleine und er scheint sehr gut zu sein. Am nächsten Morgen nehmen wir in der kleinen Bucht sogar noch ein Bad. Zum Schnorcheln ist der Wellengang aber leider viel zu stark.
Anschließend fahren wir weiter Richtung Sumbawa Besar, der Hauptstadt der Insel. Eigentlich wollen wir die kleinere Insel Pulau Mojo vor der Stadt besuchen. Wir verbringen daher eine Nacht in einem Homestay um den Besitzer zu fragen, wie man dort am Besten hinkommt. Leider stellt sich heraus, dass das teurer und umständlicher ist als gedacht und wir beschließen Pulau Mojo auszulassen.

Miriams Motorrad hat sich selbstständig gemachtUnser fantastischer Zeltplatz bei LakeyStattdessen fahren wir weiter nach Südosten in Sumbawa's Surfparadies Lakey. Lakey ist eigentlich nur ein kleines Dorf mit ein paar wenigen Surfer Unterkünften und zwei kleinen Supermärkten. Zum Surfen muss es gut sein, aber es ist nicht für Anfänger geeignet. Die Wellen sind wirklich richtig hoch. Ganz in der Nähe soll es allerdings eine heiße Quelle geben, welche direkt am Strand aus dem Boden kommt. Deshalb packen wir die Taschen voll mit Bier und machen uns auf den Weg zu dieser Bucht.
Nach eine paar Kilometern hört der Asphalt auf und die Straße wird immer schlechter. Sie wird sogar so schlecht, dass wir an einer Stelle unsere Taschen abnehmen müssen, da unser Motor mit dem ganzen Gepäck die steinige Straße nicht mehr packt. Auf der anderen Seite geht es fast genauso steil und holprig in die Bucht hinunter. Wir hoffen jetzt schon, dass wir das Ganze auch wieder zurück schaffen.
Doch der Aufwand hat sich am Ende gelohnt. Wir haben die Bucht ganz für uns alleine und können unser Zelt auf einer kleinen Anhöhe direkt neben dem Meer aufstellen. Die heiße Quelle ist bei Flut unmittelbar im Wasser und ist nur bei Ebbe zu sehen. Wir haben Glück und es kommt gerade langsam die Flut. Ohne das Meerwasser ist es nämlich viel zu heiß um darin zu baden. Man muss schon so höllisch aufpassen sich nicht zu verbrühen, da der Wellengang das Wasser ständig neu mischt. Irgendwann werden dann die Wellen zu groß und wir müssen die heiße Quelle wieder verlassen. Mit einem kühlen Bier in der Hand schauen wir den riesigen Wellen zu bis schließlich die Sonne untergeht. Was für ein toller Zeltplatz!

Am Markt von Sape
Letzter Abend auf SumbawaDer Rückweg ist etwas mühsam, aber wir treffen zum Glück ein paar einheimische Jungs die uns anschieben helfen. Als wir wieder auf dem Asphalt sind fahren wir bis nach Bima, übernachten dort auf einem weiteren schönen Zeltplatz und fahren tags darauf bis nach Sape an die Ostküste. Leider verpassen wir dort die Fähre nach Flores um ca. eine Stunde. 
Sape ist ein Drecksloch und hier gibt es absolut nichts. Der Markt ist vermutlich noch das Interessanteste. Wir wollen daher noch an eine Bucht fahren welche ein paar Kilometer südlich ist. Die Straßé wird allerdings immer schlechter und Miriam geht es nicht besonders gut. Wir fahren daher wieder zurück und suchen uns stattdessen lieber einen schönen Zeltplatz bevor es wieder dunkel wird. Zum Glück gibt es in dieser Gegend jede Menge Möglichkeiten zum Campen und wir müssen nicht lange suchen. Immerhin müssen wir am nächsten Morgen früh am Hafen sein um noch ein Ticket für die Fähre nach Flores zu bekommen.