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Mittwoch, 5. Juni 2019

Land unter dem Wind

Fotosession mit der lokalen Polizei
...wird Sabah unter den Einheimischen auch genannt, da es unterhalb des pazifischen Taifungürtels liegt. Sabah ist der östlichste malaysische Bundesstaat auf der Insel Borneo. Kurz nachdem wir Brunei verlassen haben, halten wir kurz am Straßenrand an um zu besprechen, ob wir der Küstenstraße zur Hauptstadt Kota Kinabalu folgen sollen, oder besser direkt zum Mount Kinabalu durchs Landesinnere. Wir haben gerade erst gestoppt als auch schon ein Polizeiwagen anrollt. Die Polizisten sind sehr freundlich und fragen, ob sie uns weiterhelfen können. Sie empfehlen uns die ländliche Straße zu benutzen auf der wir uns, selbstverständlich nach einer kleinen Fotosession, auch schon kurze Zeit später Richtung Osten befinden.
Schon nach wenigen Kilometern wird klar, dass es eine gute Entscheidung war. Die Straßen sind klein und schlängeln sich eindrucksvoll ohne viel Verkehr durch den bornesischen Regenwald. Als wir gegen späten Nachmittag Mount Kinabalu erreichen, ziehen leider dicke Regenwolken auf. Wir haben zwar noch kurzfristig einen beeindruckenden Sonnenuntergang, doch letztendlich fängt es schrecklich an zu regnen. Wir können uns gerade noch in ein Restaurant retten um nicht völlig durchnässt zu werden.
Mount Kinabalu ist der höchste Berg von Südostasien und, obwohl er nicht weit von der Küste entfernt ist, knapp über 4000m hoch. Wir befinden uns zwar immer noch fast auf Höhe des Äquators, aber entgegen aller Vermutung ist es hier bei einem Unwetter plötzlich schweinekalt. Wir beschließen daher lieber ein nahegelegenes Hostel aufzusuchen, als wie ursprünglich geplant im Zelt zu übernachten.

Mount Kinabalu ist leider in den Wolken
Am nächsten Tag ist es wieder sonnig und wir begeben uns in den Kinabalu Nationalpark. Eigentlich hätten wir ja gerne den Gipfel bestiegen, aber die asiatische Mentalität macht uns dabei leider einen Strich durch die Rechnung. Man hat keine Möglichkeit den Gipfel alleine zu besteigen, sondern muss eine Tour mit Bergführer buchen. Der obere Teil des Nationalparks ist dafür mit einem massiven Tor gesperrt, welches man nur Permit und Guide passieren darf. Für Ausländer kostet das Ganze dann mindestens 300 US$ pro Person - die sind nicht ganz dicht! Wir sollten das vielleicht in Europa für Asiaten auch einführen.
Etwas enttäuscht entscheiden wir uns daher zwangsläufig den unteren Teil des Nationalparks anzuschauen. Kostenlos ist das natürlich auch nicht, aber zumindest erscheint es zuerst, dass man auch dort ganz nett wandern kann. Leider sind mindestens die Hälfte der Wanderungen wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Sie sehen auch nicht aus, als ob sie erst kürzlich gesperrt wurden und genauso wenig sieht es danach aus, als ob sie bald wieder öffnen. Es macht eher den Eindruck, dass dort kein Geld verdient wird und man sich daher eher auf die überteuerten Gipfeltouren konzentriert. Da der Gipfel auch noch den ganzen Tag in Wolken gehüllt ist, sind wir leider am Ende von diesem Teil von Borneo ziemlich enttäuscht. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fahren wir daher früher als geplant weiter ganz in den Osten nach Lahad Datu und schließlich Richtung Semporna. Mike fährt für ein Fußballspiel nach Kota Kinabalu. Sein Fußballclub Liverpool hat ein "wichtiges" Spiel, welches er nicht verpassen kann.

Miriam steckt Robbi in den Sack
Und schon ist Robbi eingepacktUngefähr 100 Kilometer vor unserem Ziel fängt es wieder stark an zu regnen. Wir warten daher einige Zeit lang unter einer schäbigen Hütte bis das Schlimmste vorbeigezogen ist. Miriam findet dort eine ziemlich schwer behinderte Babykatze. Der hintere Teil ist komplett gelähmt und sie kann sich nur "wie eine Robbe" mit den Vorderbeinen fortbewegen. Miriam nennt sie daher Robbi. Obwohl sie ganz guter Dinge zu sein scheint und auch von jemandem gefüttert werden muss, sonst wäre sie vermutlich schon lange verhungert, beschließt Miriam sie in den Rucksack zu packen und mit nach Semporna zu nehmen. Ich versuche ihr das noch auszureden, da ich schon gelesen hatte, dass Semporna ein dreckiges Touristen Loch ist und es dort bestimmt keinen Tierarzt gibt. Da sie aber sowieso nie auf mich hört, fahren wir eben mit Katze im Rucksack weiter. Zumindest für die nächsten 80 Kilometer, wo wir uns wegen erneutem Regenschauer wieder unterstellen müssen. 
Inzwischen hatte sie wohl über meine Worte nachgedacht und findet ihre Kurschluss Idee dann doch nicht mehr so gut. Wie sollen wir die Katze in einen Schlafsaal schmuggeln? Normale Hotelzimmer waren in Semporna zu teuer. Wie es hier aussieht gibt es in Semporna wahrscheinlich wirklich keinen Tierarzt und was soll der schon machen außer die Katze einzuschläfern? Außerdem macht sie gar keinen schlechten Eindruck bis auf ihre Behinderung. Nach einigem Hin und Her beschließt Miriam, dass es vermutlich doch besser ist, die Katze wieder zurückzubringen. Mit leicht erhöhtem Blutdruck fahre ich also Miriam und die Katze im Regen wieder die 80 Kilometer zurück. Als wir dann einige Zeit später doch noch ohne Katze in Semporna ankommen, wird Miriam auch bewusst, dass es eine gute Entscheidung war.

So sieht also das Meer in einem Tauchparadies aus?Alles voller MüllSemporna ist weltweit bekannt als absolutes Tauchparadies. Alles hier ist auf Tauchtourismus ausgelegt. Obwohl man jetzt meinen sollte, dass hier jede Menge Geld in die Region kommt und es den Leuten hier gut geht, ist eigentlich eher das Gegenteil der Fall. Erschreckenderweise ist Semporna mit Abstand der dreckigste Ort auf unserer bisherigen Reise. Zwischen dem chaotischen Treiben auf dem Markt wo man aufgrund des Regens durch Schlamm und Abfall watet, befinden sich unzählige Tauchschulen, Straßenküchen und Reustaurants. Aufgrund des Klimas und des Regens stinkt es erbärmlich. Strand gibt es hier keinen. Dort wo vielleicht einmal Strand war ankern unzählige Fischerboote zwischen Unmengen an Müll. Auch im Meer treibt so weit das Auge sehen kann überall Müll. Das soll also eines der besten Tauchgebiete auf der Welt sein?
Unser Eindruck ist erst einmal ziemlich ernüchternd und wir beschließen fast schon am nächsten Tag wieder weiter zu fahren, da bekommen wir eine Nachricht von Loris, dem Schweizer mit dem wir in Kuching unterwegs waren, dass er auch noch in Semporna ist. Wir treffen uns zum Abendessen in einem Meeresfrüchte Restaurant und bekommen wahrscheinlich die besten Butter Knoblauch Shrimps der Welt serviert. Nachdem uns Loris noch erzählt, dass zumindest das Tauchen spitze ist, hört sich das Ganze dann doch nicht mehr ganz so übel an. Wir buchen daher noch am selben Abend eine Tauchtour für den nächsten Tag.

Schildkröten überallMiriam hat ein Wrack entdecktAm nächsten Morgen ist das Wetter leider ziemlich bescheiden. Dicke Regenwolken hängen über der Stadt. Auch als sich unser Tauchboot den Weg durch den Müll aus der Bucht von Semporna bahnt, sieht das Wetter nicht wirklich besser aus. Unsere Tauchgruppe ist aber ziemlich nett und außer Miriam und mir sind nur noch zwei weitere Touristen an Bord. Das Wetter ist uns sogar etwas wohl gesonnen und am ersten Tauchplatz kommt tatsächlich etwas die Sonne heraus. Müll gibt es hier auch fast keinen mehr. Der scheint sich eher in der Bucht vor Semporna zu verfangen. Wir machen insgesamt drei Tauchgänge und obwohl das Licht aufgrund des Regenwetters besser sein könnte sind sie trotzdem fantastisch. Nirgendwo sonst haben wir bisher so viele Schildkröten gesehen. Dazu muss man nicht mal tauchen, sondern man kann sie schon überall vom Boot aus beobachten.

Während der Mittagspause - wir hatten schon besseres Tauchwetter
Auf dem Weg zurück zum Festland herrscht plötzlich Aufregung und eine Hand voll Tauchboote scheinen etwas im Wasser zu verfolgen. Als wir näher kommen, können wir es auch sehen - es sind Orcas. Selbst unsere Tauchguides können es kaum glauben. Orcas sind in diesen warmen Gewässern nur extrem selten. Am Ende haben wir also trotz des miserablen Wetters einen ziemlich coolen Tauchausflug und als uns unser Tauchguide zurück in der Tauchbasis noch ein kaltes Bier in die Hand drückt, besteht daran definitiv kein Zweifel mehr.
Tags darauf ist das Wetter wieder traumhaft schön. Das war natürlich mal wieder typisch, aber wir müssen unbedingt ins nahegelegene Tawau fahren um herauszufinden, wie wir unsere Motorräder auf einem Schiff ins indonesische Sulawesi bekommen. Dort angekommen ist am Hafen komplett tote Hose. Wir erkundigen uns bei ein paar Fischern die an einem heruntergekommenen Marktstand auf ihren Fischen herumklopfen. Nach ziemlichen Verständigungsschwierigkeiten bekommen wir heraus, dass erst wieder übermorgen ein Schiff ablegt. Daher beschließen wir kurzerhand wieder nach Semporna zu fahren und nochmals eine Tauchtour bei gutem Wetter zu buchen. Mike ist mittlerweile auch angekommen, hatte aber bereits bei einer anderen Tauchschule gebucht.

Das Kind planscht in der MittagspauseWir haben die Insel fast für uns alleineDer nächste Tag hat traumhaftes Bilderbuch Wetter. Unsere Tauchschule fährt glücklicherweise andere Tauchspots an, als die meisten anderen Tauchschulen. Daher sind wir auch für die drei Tauchgänge an diesem Tag fast ganz alleine. Die Sicht ist diesmal gigantisch - kaum zu glauben, dass Sonnenlicht so viel ausmacht. Während den Tauchpausen kann man diesmal auch noch ins Wasser springen und etwas schwimmen oder schnorcheln. Beim letzten Mal waren wir hauptsächlich mit Aufwärmen beschäftigt. Die Wassertemperatur hat sagenhafte 31°C und zum ersten Mal müssen wir während eines Tauchganges kein einziges Mal frieren.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fahren wir wieder nach Tawau. Mike ist diesmal auch dabei. Am Hafen herrscht diesmal ziemlich viel Betrieb. Ich erkundige mich nach den Tickets und es heißt bereits, dass alles ausgebucht ist. Unsere Motorräder könnten wir aber sowieso nicht mit auf das Schiff nehmen. Wir hatten das bereits vorher mehrmals gesagt bekommen, aber normalerweise gibt es in Asien immer irgendeine inoffizielle Möglichkeit. Uns wird geraten mal bei der indonesischen Botschaft nachzufragen.

Alle sind super glücklich - Ramadan ist vorbeiAls wir dort ankommen, ist sie eigentlich geschlossen - richtig viel arbeiten öffentliche Behörden hier in Asien eben auch nicht. Zwei der Angestellten dort sehen allerdings, dass wir vor dem Tor stehen und kommen aus dem Gebäude um uns ein paar Fragen zu beantworten. Es wird uns erklärt, dass niemand am Hafen in Indonesien den Zoll für die Motorräder machen kann und auch die Schiffe angeblich keine Motorräder mitnehmen. Irgendwie gibt es aber doch manchmal ein Schiff, welches Motorräder transportieren könnte, aber es weiß niemand genau Bescheid. Es gibt auch eine Straße, die wird aber vom Militär bewacht, welches sich nicht gut mit der malaysischen Seite versteht und außerdem bestünde dann immer noch das Problem wer die Verzollung macht. Das Resultat des Gespräches ist, dass es schneller und unkomplizierter ist den ganzen Weg bis nach Kuching zurück zu fahren, von dort aus per Landweg über die Grenze ins bornesische Indonesien zu wechseln und nach Pontianak zu fahren. Von dort aus gibt es Schiffe überall auf die indonesischen Inseln.

Auf dem Rückweg abends in der Stadt MiriWir sind von der Antwort nicht begeistert und hatten eigentlich gedacht, dass es eine Möglichkeit gibt von Tawau nach Sulawesi zu kommen. Letztendlich bleibt uns aber nichts anderes übrig, als die ganze Strecke über Brunei wieder nach Westen zu fahren. Die nächsten Tage verbringen wir daher wieder mit dem Rückweg. Zumindest kommen wir noch durch ein paar schöne Gegenden, welche wir zuvor nicht gesehen hatten. Vor Kuching biegen wir dann ab nach Süden und nehmen den Grenzübergang bei Tebedu. Die Einreise nach Indonesien verläuft dort schließlich völlig reibungslos.
Hätten wir schon von Anfang an sicher gewusst, dass es definitv keine Möglichkeit gibt mit den Motorrädern über Tawau nach Indonesien zu kommen, hätten wir vom malaysischen Festland zuerst nach Kota Kinabalu verschifft und wären von dort aus in den Westen nach Kuching gefahren. Andererseits hätten wir somit vielleicht auch die ganzen netten Bekanntschaften nicht getroffen? Schade ist somit in erster Linie, dass ich gerne Sulawesi besucht hätte und das ist mit der neuen Route leider einfach zu viel Aufwand.

Freitag, 24. Mai 2019

Königreich Brunei

Die meisten Menschen wissen wahrscheinlich gar nicht genau, wo Brunei eigentlich liegt. Dennoch hat man spätestens seit den letzten Negativ-Schlagzeilen zumindest schon einmal von dem konservativen Königreich gehört. Das Land ist sehr klein und, was ich vorher auch nicht wusste, auch noch zweigeteilt d.h. zwei Teile des Landes sind nicht miteinander verbunden, sondern es liegt wieder ein kleiner Landstrich Malaysia dazwischen. Da in Borneo die Straßenauswahl sehr begrenzt ist, kommt man zwangsläufig durch beide Teile Bruneis hindurch, sobald man in den malaysischen Teil von Ost Borneo fahren will. Oder anders formuliert - man muss zweimal nach Brunei und wieder zweimal nach Malaysia einreisen. Schon beim Gedanken daran stehen einem die Haare zu Berge, doch zum Glück hat sich das Königreich Brunei und Malaysia auf eine vereinfachte Einreise und Zollabwicklung geeinigt. Nachdem man ein Onlineformular für sein Fahrzeug ausgefüllt hat, bekommt man einen Scancode der bei der Ein- und Ausreise nur gescannt wird. Das ist nach wenigen Minuten erledigt und die ganzen Stempel und auszufüllenden Formulare, welche normalerweise anfallen würden, sind damit überflüssig.

Miriam auf Ecoms riesiger BMWIn Brunei selbst gibt es für uns eigentlich nicht so wirklich viel zu sehen und hätten wir von den Motorradclubs zuvor keinen Kontakt in Brunei bekommen, wären wir vermutlich einfach nur durchgefahren. So hat uns allerdings Ecom kontaktiert. Sie ist ganz aufgeregt, will uns unbedingt treffen und nimmt einen halben Tag für uns frei. Sie organisiert sogar sofort ein Hotel für uns und besteht darauf, dass wir eine Nacht bleiben. Diese Chance können wir dann natürlich nicht abschlagen.
Leider ist allerdings immer noch Ramadan und im strengen Brunei gibt es auch keine Ausnahmen. Streng genommen kann man schon Ärger bekommen, sobald man während dieser Zeit in der Öffentlichkeit trinkt - und hier ist nicht von Alkohol die Rede. Zu Essen gibt es also bis zum Abend erst einmal nichts und zum Trinken müssen wir uns immer etwas verstecken. Die Straßen in Brunei sind allerdings sehr gut und wir kommen relativ zügig in der Hauptstadt an, wo Ecom auch schon auf uns wartet. 
Nachdem wir unser Gepäck ins Hotel gebracht haben, springen wir noch kurz unter die Dusche. Ecom organisiert uns sogar eine Cola, damit wir etwas zu trinken haben. Danach schwingen wir uns auf unsere Motorräder und bekommen eine Führung durch die Hauptstadt. Ecom fährt eine riesige BMW 1200GS, obwohl sie kleiner ist als Miriam. Sie kommt zwar mit den Beinen kaum auf den Boden, scheint aber trotzdem mit der großen Maschine gut zu recht zu kommen.

Mein Motorrad und ich vor der ältesten Moschee in BruneiZusammen mit Mike vor der größten Moschee in BruneiWir besuchen die größte und die älteste Moschee des Landes. Als wir einen Blick auf den Königspalast werfen wollen, dürfen wir dort allerdings nicht anhalten. Wenige Kilometer später wissen wir auch warum - der König kehrt in den Palast zurück und kommt uns mit Garde auf der Straße entgegen. Ecom teilt uns schnell mit kräftig zu winken. Alle Einheimischen machen das in Brunei so und obwohl die Scheiben des königlichen Wagens nicht einsehbar sind, ist Ecom sicher, dass er uns auch zugewunken hat.
Nach einigen weiteren Schlenkern durch die Stadt führt Ecom uns zum Haus ihrer Eltern. Aufgrund von Ramadan ist diesen Abend ein spezielles Festessen mit der ganzen Familie geplant - und eine islamische Familie ist sehr groß! Das ganze gleicht eher einer Hochzeit ohne Brautpaar mit ca. 80 Leuten. Überall laufen die Frauen emsig umher und bereiten das Essen vor. Die Männer halten in einem separaten Raum eine Art Andacht für die verstorbenen Familienmitglieder und wir sitzen gemeinsam auf einer Couch und werden in traditioneller Tracht gekleidet.

Die Frauen bereiten das Festmahl vorTraditionell gekleidet mit Ecoms Eltern auf der CouchEs wird immer voller als die Sonne langsam untergeht. Traditionell sind die Tische nach Geschlechter getrennt. Daher sitzt Miriam mit den ganzen Frauen zusammen und Mike und ich nehmen bei den Männern Platz. Alle sind außerordentlich freundlich und wundern sich seltsamerweise kaum, dass drei Ausländer mit an den Tischen sitzen. Sogar ein ganz kleines Mädchen erzählt uns stolz, dass sie dieses Jahr freiwillig beschlossen hat zum ersten Mal zu fasten. Sie sieht, wie auch alle anderen, ziemlich hungrig aus. Und - als ob das noch nicht schlimm genug wäre - füllen alle bereits schon ihre Teller und sitzen ungeduldig davor, während sie auf das Radio warten, welches offiziell verkündet, dass die Sonne untergegangen ist. Dann dürfen alle endlich anfangen zu speisen.
Das ganze Festmahl ist relativ kurzweilig und als mich einige Frauen zu sich an den Tisch rufen, um eine lokale Spezialität zu probieren, löst sich die Familie auch schon wieder langsam auf. Wir unterhalten uns noch etwas, machen ein paar Fotos und fahren schließlich wieder zurück zum Hotel. Ein paar Motorradfahrer von Ecoms Biker Club kommen noch vorbei und wir sitzen noch ein wenig zusammen. Sie sprechen alle gutes Englisch und die Unterhaltung ist sehr interessant.
Am nächsten Tag verabschieden wir uns und fahren weiter bis nach Ost Borneo. Das Hotel dürfen wir natürlich wieder einmal nicht selbst bezahlen. Auch hier in Brunei hatten wir Glück, dass wir aufgrund der großen Gastfreundschaft eingeladen wurden. Ansonsten hätten wir von diesem kleinen Land wohl nichts mitbekommen und eine weitere wunderbare Erfahrung verpasst.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Born Wild

Im Auto bei Li und seinem SohnMittlerweile ist es wieder kurz vor dem nächsten Wochenende und es sieht nicht danach aus, als ob wir unsere Motorräder noch vorher bekommen werden. Als wir mittags zu dritt über die Flusspromenade in Kuching schlendern, klingelt Mike's Telefon - Li ist dran. Er will wissen, wo wir gerade sind und uns gerne mit seinem Auto abholen. Er hat gerade sowieso nichts zu tun, weil er auch auf sein Motorrad wartet und nur mit seinem Sohn in der Gegend herum cruised. Eigentlich wollen wir unser Visa für Indonesien beantragen und zur entsprechenden Botschaft, worauf uns Li kurzerhand dort hinfährt. Leider ist es auch dort wie auf den meisten anderen Botschaften - die Antragszeit für Visas ist täglich nur in einem kurzen Zeitraum möglich, es gibt nur wenige Personen, die das entscheiden können und die sind anderweitig beschäftigt, nicht vor Ort, oder haben einfach gerade keine Lust? Es ist Donnerstag und als wir meinen, dass wir einfach morgen vorbeikommen, heißt es nur, dass der Zuständige freitags vermutlich nicht da ist, um die Visas zu genehmigen. Montag wäre daher besser.
Kaum verwundert, dass der Visaantrag nicht reibungslos funktioniert, steigen wir wieder bei Li ins Auto ein. Er schlägt vor noch zu einem nahegelegenen Ort mit einem traditionellen Langhaus zu fahren. Das kleine Dorf mit dem Langhaus ist ganz nett, aber eher nur noch für den Tourismus gedacht. Vom traditionellen Dorfleben war dort zumindest nichts zu sehen. Immerhin bekamen wir aber zwei Glässchen traditionellen selbstgebrannten Schnaps und danach sah das Ganze schon viel besser aus.

Exotisches AbendessenDie Menschen in Südostasien essen sehr gerne. So ist das auch bei Li nicht anders und er will uns auf dem Rückweg nach Kuching in ein Restaurant einladen, welches als Geheimtipp gilt. Auch hier in Borneo ist es Brauch, dass nicht jeder seine eigene Mahlzeit bekommt, sondern man bestellt so viele Gerichte, dass man den Tisch nicht mehr sehen kann und jeder bedient sich dann selbst. Da es mit der Entzifferung der Speisekarte sowieso etwas mühsam ist, lassen wir einfach Li bestellen - und Li bestellt zu diesem besonderen Anlass (drei Motorradfahrer aus dem fernen Europa) auch ganz besondere Speisen, die nicht auf der Menu Karte zu finden sind. Eine halbe Stunde später steht also Krokodil, Seegurkensuppe, Python und Weichschildkröte auf dem Tisch. Li bedauert, dass gerade kein Flughund verfügbar ist, worüber wir allerdings ganz froh sind. Etwas unsicher kauen wir schließlich alle Drei auf den verschiedenen Gerichten herum und es ist gar nicht mal so übel - oder wie Miriam normalerweise zu sagen pflegt: "Gar nicht mal so schlecht, aber Spaghetti Bolognese sind leckerer!". Die Rechnung ist letztendlich richtig teuer, aber bezahlen dürfen wir nichts.

Letzte Vorbereitungen bevor es in die Pampa geht
Fahrt zu den LanghäusernFreitags gehen wir dann nochmal ins Semenggoh Wildlife Center zu den Orang Utans. Mike hatte sie ja noch nicht gesehen und auch für Li und seinen Sohn war es das erste Mal. Diesmal sehen wir viele Affen und nicht nur das eine Männchen, wie beim letzten Besuch. 
Li hat Kontakt zum lokalen Offroad Club in Kuching und der fährt übers Wochenende eine Hilfsorganisation in die Pampa zu richtigen traditionellen Dörfern mit Langhäusern. Wir sind eingeladen mitzukommen und sind ziemlich glücklich darüber, da wir ja sowieso auf unsere Motorräder warten müssen. Pünktlich am nächsten Morgen um 6 Uhr brechen wir mit einer großen Offroad Kolonne auf in den Busch. Die Fahrt zu den Dörfern dauert ca. drei Stunden und sie liegen tief versteckt in gigantischen Palmölplantagen. Die Eingänge zu den Plantagen sind bewacht, wir hätten dort also ohne Begleitung gar nicht hineinfahren dürfen.
Das Team besteht in erster Linie aus Ärzten und wir fahren im Grunde zwei Tage verschiedene Dörfer an, um die dort lebenden Menschen medizinisch zu versorgen. Ärzte oder Krankenhäuser gibt es hier nämlich nirgends. Die Dorfbewohner freuen sich über die Hilfe und sogar über uns dumme Touristen, die eigentlich nur mitkommen um das Dorfleben in Borneo zu sehen. Leider ist die Verständigung etwas schwierig und wir brauchen immer jemand zum übersetzen. Jedes Dorf besteht aus einem oder mehreren traditionellen Langhäusern, welches je nach Größe ca. 100m bis 300m lang ist. Die Wohnungen sind dann einfach nebeneinander gereiht und nach hinten offen. Vor den Eingangstüren ist ein langer Flur der als Gemeinschaftsraum genutzt wird. So wohnt dann eben das ganze Dorf. Privatsphäre gibt es dort also nicht besonders viel.

Ärztliche Behandlung ist hier keine Privatsache
Show mit KampfhähnenDie meisten Bewohner haben Zahnprobleme und daher hat der Zahnarzt eigentlich am meisten zu tun. Seine zahnärztliche Tätigkeit ist allerdings aus Zeit und Geldmangel für uns ziemlich befremdlich. Die Behandlung findet im Flur statt, wo sich sowieso alle aufhalten. Die Leute werden dann einfach auf einen Stuhl mitten im Raum gesetzt, betäubt und die Probleme bereitenden Zähne einfach rausgerissen. Kurze Zeit später stehen die Patienten dann schon wieder fröhlich mit ein paar Zähnen weniger und einem blutgetränkten Taschentuch bei den Anderen und unterhalten sich. Als Miriam den Zahnarzt fragt, wie viele Zähne er schon so gezogen hat meint dieser nur lässig, dass er es nicht genau wisse, aber ein paar Hundert wären es wohl schon gewesen.
Zwischen dem ganzen Getummel wurde noch eine kleine mobile Apotheke aufgebaut, andere Ärzte messen Blutdruck und unterhalten sich mit den Patienten. Etwas abseits wird in riesigen Töpfen Essen zubereitet - natürlich für das Ganze Dorf. Eines der Dörfer züchtet Kampfhähne. Daher ist der ganze Hof vor dem Langhaus voller kleiner Hütten, wo die Kampfhähne angekettet sind, damit sie sich nicht sofort gegenseitig an die Gurgel gehen. Jeden Tag werden sie mehrere Male trainiert indem man sie gegeneinander kämpfen lässt. Damit sie sich nicht verletzten, bekommen sie dafür einen Gummischutz über die scharfen Krallen. Für die Besucher organisieren die Dorfbewohner natürlich gleich einen paar Showkämpfe.

Keine Krokodile in SichtManche Dörfer liegen neben einem Fluß. Abends wird darin auch gebadet, aber wir bekommen gleich den Hinweis, dass man zusammen bleiben soll - es gibt mal wieder Krokodile. Ob das tatsächlich ein Salzwasser Krokodil von seiner Mahlzeit abhält, sei mal dahingestellt. Miriam nimmt nachmittags dann doch ein Bad. Auf einer kleinen Bootstour haben wir zwar dort keine Krokodile gesehen, aber im Nachhinein war das wohl ziemlich leichtsinnig. Andere Länder, andere Sitten!
Abends sitzen dann alle zusammen und trinken kräftig Alkohol. Traditionelle selbstgebrannte Schnäpse dürfen da natürlich nicht fehlen. Dass diese gut schmecken kann man wohl nicht sagen und wenn man zuviel davon trinkt hat man am nächsten Tag angeblich "weiche Knie" und kann nicht mehr richtig laufen. Dazu kam es zum Glück nicht. Für die Übernachtung schlappt jeder einfach in eine der Wohnungen und sucht sich eine Couch oder Ähnliches. Wie schon erwähnt - Privatsphäre gibt es hier nicht wirklich.
Sonntag abends fahren wir dann nach einem ereignisreichen Wochenende wieder zurück nach Kuching.
Die darauf folgende Woche beantragen wir unsere Visas für Indonesien und bekommen endlich unsere Motorräder. Li hat das bereits dem örtlichen Harley Davidson Club mitgeteilt und wir werden kurzerhand zum Clubhaus eingeladen. Die Jungs wollen für uns einen Nightride organisieren und so treffen wir uns abends mit ca. 25 Motorradfahrern um in die umliegenden Berge zu fahren.

Zum Glück haben wir Li
Fehlersuche bei John MotorsEtwas außerhalb der Stadt geht Miriams Motorrad plötzlich komplett aus und lässt sich nicht mehr starten. Da wir das Problem im Dunkeln auf die Schnelle nicht lösen können, schieben wir ihr Motorrad in ein Privatgelände, packen Miriam auf eines der vielen Motorräder und setzen unsere Tour fort. Nach einer Stunde rasanter Fahrt erreichen wir die Partyhütte des Motorrad Clubs. Das Barbecue ist bereits vorgeheizt und kaltes Bier steht bereit. Dass wir nicht so viel Bier trinken können, weil wir ja noch zurück fahren müssen, löst bei den Jungs allerdings eher Verwunderung als Verständnis aus.
Am nächsten Tag hilft uns Li zum Glück mit seinem Pickup, Miriams Motorrad zurück in die Stadt zu holen und zu einem Motorrad Service zu bringen. Der Besitzer dort kümmert sich sofort persönlich darum und wir versuchen das Problem einzugrenzen. Nach 6 Stunden in denen wir alles zum Testen ausgetauscht und durchgemessen haben, stehen wir mit Fragezeichen vor den Köpfen da. Das blöde Ding hat einfach keinen Strom. Als ich mich aus Versehen vorne auf die Armaturen lehne, gehen plötzlich die Warnlichter an. Ein Wackelkontakt in einem der Stecker, was man von außen allerdings nicht sehen konnte, hat uns also fast einen ganzen Tag gekostet.

In einer Bar mit dem Offroad Club und den Biker JungsBei der Demontage ist uns außerdem noch aufgefallen, dass die Befestigung am Rahmen des Motorrads, wo der Heckträger montiert ist, geschweißt werden muss. Das können wir dann zum Glück auch gleich erledigen. Am Ende des Tages sind der Ladenbesitzer und ich dann ziemlich erschöpft, aber glücklich darüber, dass das Moped wieder läuft. Als ich bezahlen will, weigert er sich schließlich Geld anzunehmen. Zumindest konnten wir bei ihm ein paar neue Hinterreifen kaufen, aber ich hätte ihn doch lieber für seine Arbeit bezahlt.
Abends treffen wir uns wieder mit ein paar der lokalen Motorradfahrer und den Jungs vom Offroad Club in einer coolen Bar mit Live Musik. Am nächsten Morgen müssen wir uns dann von Li verabschieden und treten unsere Weiterreise nach Osten an. Es fällt uns nicht so einfach, denn Li hat dazu beigetragen, dass unsere Zeit in Kuching wirklich einzigartig war. Das hätte ohne ihn auch ganz anders laufen können.

Die kleine Miriam im riesigen HöhlengewölbeLichtspiele in den Niah CavesDie nächsten Tage sind wir hauptsächlich auf den Motorädern unterwegs. Die Hauptstraße  nach Osten wäre eigentlich nicht so schlecht, leider wird sie gerade verbessert und große Teile bestehen aus Straßenarbeiten. Wir kommen daher nicht so schnell voran wie eigentlich gedacht. Die Städte entlang der Küste bis zur Grenze nach Brunei sind nichts wirklich Besonderes und daher gibt es für uns auch keinen Grund uns dort länger aufzuhalten. Kurz vor Miri, ja so heißt eine Stadt in Borneo, besuchen wir noch die Niah Caves, ein tolles Höhlensystem direkt im Urwald.
In Miri ruhen wir uns einen Tag aus und bereiten unsere Weiterfahrt durch Brunei vor.

Mittwoch, 15. Mai 2019

King Louie's Reich

Kuching am AbendSchon beim Anflug auf Kuching, die westlichste größere Stadt im malaysischen Borneo, kann man vom Flugzeug aus sehen, wie grün Borneo noch ist. Kuching ist extrem entspannt und der Trubel in Westmalaysia ist hier noch nicht angekommen. Die Menge an Touristen ist sehr überschaubar. Ein großer Teil der Bevölkerung hier sind chinesische Einwanderer was uns zu dieser Zeit glücklicherweise ziemlich zugute kommt. Es ist nämlich mal wieder Ramadan. Unter normalen Umständen wäre die erfolgreiche Nahrungsaufnahme während des Tages somit äußerst schwierig gewesen. Die zahlreichen chinesischen Restaurants und der zugehörige Teil der Bevölkerung, lässt sich davon aber nur wenig beeindrucken.
Bis unsere Motorräder mit dem Schiff ankommen, haben wir noch genügend Zeit die Gegend um Kuching zu erkunden. Auf der Straße treffen wir dann Loris, einen jungen Schweizer, der auch gerade erst angekommen ist und beschließen am nächsten Tag gemeinsam ins nahe gelegene Semenggoh Wildlife Center zu fahren. Auch im grünen Borneo ist die Welt nicht mehr ganz so rosig, wie es zunächst erscheint. Ein großer Teil des Urwalds musste auch hier bereits den unzähligen Palmölplantagen weichen. Mittlerweile wurde die Abholzung in Malaysia angeblich ziemlich unterbunden, dafür macht man halt eben auf der indonesischen Seite von Borneo fröhlich weiter. Viele Wildtiere haben dadurch bereits ihren natürlichen Lebensraum verloren. Dazu gehören auch die schwer bedrohten Orang Utans, welche es nur in Borneo und Sumatra gibt. Das Wildlife Center hat sich auf diese Affen spezialisiert und versucht ihnen einen möglichst ungestörten Lebensraum zu bieten. Die Größe des Waldgebietes ist für die Anzahl der Affen allerdings zu klein. Aus diesem Grund müssen die Tiere gefüttert werden und diesen Fütterungen kann man zweimal am Tag als Besucher beiwohnen.

King Louie ist heute gutmütig
Zum Glück muss keiner rennen...Das Gebiet der Institution besteht natürlich in erster Linie aus Wald. Obwohl man anfangs noch denken könnte eine Art Zoo zu besuchen, wird einem spätestens nach der Einführung des Rangers vor der Fütterung klar, dass dem nicht so ist. Die Fütterungsplätze sind zwar im Wald auf hölzernen Plattformen, aber Zäune und Absperrungen gibt es hier keine. Orang Utans können also immer und überall auftauchen und es gibt auch keine Garantie, dass Affen unmittelbar bei den Fütterungen zu sehen sind. Wir haben Glück - eines der großen Männchen hat es sich an einem der Fütterungsplätze gemütlich gemacht. Leider kann der Kollege wohl ziemlich unangenehm werden und die Anweisung des Rangers ist daher ziemlich eindeutig und direkt. "Wenn er auf uns zukommen sollte und ich schreie RENNT, dann solltet ihr das augenblicklich tun, denn ich werde nicht auf euch warten! Ich habe schon zweimal versucht Leuten zu helfen, die nicht gerannt sind, bin jedes mal im Krankenhaus gelandet und werde das daher nicht mehr tun. Rennt auf eine offene Fläche und nicht in den Wald oder ein Haus, denn das wird ihn nicht davon abhalten euch zu erwischen. Haltet die Augen offen, wir laufen nun durch den Wald zur Fütterungsplattform. Danke fürs Kommen und viel Spaß bei uns im Semenggoh Wildlife Center."
Nach dieser Ansprache kann man an den Gesichtern der Besucher sehen, dass nicht nur Miriam etwas verdutzt ist - es ist also doch kein Zoo. Nachdem sie sich umgesehen hat, stellt sie allerdings beruhigt fest, dass die meisten Besucher viel zu dick sind um schneller zu rennen als sie und biegt zuversichtlich hinter dem Ranger in den Wald ein.

Pitcher Plants, fleischfressende Pflanzen im Kubah Nationalpark
Das große Männchen ist an diesem Tag glücklicherweise nicht auf Stress aus und sitzt entspannt auf der Plattform zwischen einem Haufen aus verschiedenen Früchten. Das Wildlife Center ist zum Glück keine typische südostasiatische Touristenattraktion ähnlich einem Zoo, wie wir es zunächst vermutet hatten, sondern eine wirklich tolle und natürliche Institution ohne Souvenirshops und sonstigem gängigen Kitsch.
Tags darauf fahren wir zum Kubah Nationalpark. Der Park ist nicht weit von Kuching entfernt und bietet schöne Wanderungen durch den Regenwald. Auch hier treffen wir kaum Touristen und wandern zunächst zu einem kleinen Wasserfall und anschließend einmal durch den Park ans gegenüberliegende Ende. Dort angekommen stellen wir dann leider fest, dass weder öffentliche Verkehrsmittel noch Ruftaxis zur Verfügung stehen um wieder zurück in die Stadt zu kommen. Es bleibt uns daher nur übrig zu Trampen. Das funktioniert dann auch erstaunlicherweise gleich beim ersten Auto und so sitzen wir dann schon nach kurzer Zeit hinten auf einem Pickup und brausen wieder Richtung Kuching.
Tag drei sollte bereits eines unserer Highlights in Borneo werden. Ziemlich früh morgens nehmen wir daher schon den öffentlichen Bus zum Bako Nationalpark. Der Park liegt auf einer Halbinsel, die man nur mit dem Boot erreichen kann und ist für sein Tierreichtum bekannt. Unter anderem wohnen hier auch die aberwitzigen Nasenaffen, welche es ausschließlich in Borneo gibt. 
Beim Anlanden fährt unser Bootsmann umständlich nah ans Strandufer und meint ohne weitere Erklärung, wir sollten das Ufer gleich Richtung Visitor Center verlassen. Wir sind noch etwas verwundert, bis wir kurz darauf ein Warnschild passieren, welches vor Salzwasserkrokodilen warnt. Die gibt es hier wohl überall und Menschenfleisch steht auf deren Speisekarte.

Das Kind muss natürlich auch Pfeilschwanzkrebse anfassenKeine Krokodile zu sehen...Am Visitor Center kann man dann auch schon die ersten Tiere sehen. Ein paar bornesische Bartschweine liegen gemütlich im Schatten und pennen. Wir beschließen eine kleine Wanderung durch den Urwald zu einer Bucht zu machen, wo man angeblich gute Chancen hat Affen zu sehen. Die Wanderung ist toll, aber Affen sehen wir leider keine. Der Strand dort lädt eigentlich zum Schwimmen ein, wären da nicht die doofen Salzwasserkrokodile. Das Wasser ist allerdings klar und man kann relativ weit sehen. Zwei Einheimische liegen mit ihren kleinen Booten in der Bucht und Miriam erkundigt sich dort, wie die Lage zum Schwimmen hier ist. Einer der Männer hatte erst vor ein paar Tagen ein 6 Meter langes Krokodil gesehen. Eigentlich will er seinen Bootsrumpf putzen, aber alleine geht er nicht ins Wasser. Miriam und die zwei Männer einigen sich schließlich darauf, dass einer der Männer nach Krokodilen Ausschau hält, während der Andere sein Boot schrubbt und Miriam daneben im Wasser planscht. Mir selbst und Loris war das Wasser zu kalt.
Auf dem Rückweg passieren wir ein paar Einheimische, die zwei Pfeilschwanzkrebse gefunden hatten. Ich habe seit Jahren keine mehr in Südostasien gesehen und Miriam sieht sie zum ersten Mal. Das große Interesse der Pharmaindustrie an ihrem blauen Blut, hat wohl dazu beigetragen, dass man fast keine mehr zu sehen bekommt.

Der ganze Wald voller AffenIn voller PrachtZurück am Visitor Center wollen wir noch etwas in die entgegengesetzte Richtung wandern. Gleich neben den Gebäúden im Wald haben wir dann Glück und sehen unsere erste kleine Gruppe mit jungen männlichen Nasenaffen. Im Vergleich zu anderen Affen sind Nasenaffen nicht aggressiv und verhalten sich eigentlich genau wie sie aussehen - äußerst gutmütig und tiefenentspannt. Man kann ihnen daher auch wirklich sehr nahe kommen und sie toll beobachten. Das macht viel Spaß, weil es wohl kaum ein lustiger aussehendes Geschöpf auf dieser Welt gibt. Komödien-Stadl im Urwald. 
Viele Vögel, weitere Affen, Flughörnchen, Warane und noch mehr Nasenaffen direkt am Strand später, müssen wir wieder unser Boot zurück in die Zivilisation nehmen. Der Bako Nationalpark ist wirklich etwas ganz Besonderes und nirgends auf der Welt konnten wir bisher so viele Wildtiere auf einem Fleck sehen wie hier.
Der malaysische Teil von Borneo ist nicht flach, wie in vielen anderen Urwald Gegenden, sondern ziemlich bergig. Der höchste Berg bei Kuching ist Mount Santubong und man kann seinen markanten Gipfel bei der Fahrt Richtung Norden schon von weitem sehen. Loris unser schweizer Begleiter ist ja ohnehin Berge gewöhnt, da liegt es also auf der Hand diesen Berg zu besteigen. Die Höhe von Mount Santubong ist zwar nur knapp über 800m, was zuerst einmal lächerlich klingen mag, allerdings geht es von Meereshöhe los und man wandert bei tropischen 30 bis 35°C. Zudem gleicht der Wanderweg keinem Weichei-Zick-Zack-Schlingel-Schlangel Weg, sondern geht mehr oder weniger kerzengerade den Hang hinauf. Im oberen Teil kommen dann diverse Kletterpassagen und Leitern bis man letztendlich den Gipfel erreicht.

Blick vom Gipfel Mount Santubong
Mount Santubong kurz vor dem GipfelAuch wenn das lächerlich klingt - es ist wirklich anstrengend. Wundersamerweise gibt es auch hier, wie in fast ganz malaysisch Borneo zu dieser Zeit, fast keine Moskitos. Das macht alle Aktivitäten so viel schöner und angenehmer als in vielen anderen tropischen Gegenden. Eigentlich hatten wir vor unserer Ankunft damit gerechnet von Moskitos gefressen zu werden.
Am nächsten Tag reist Loris weiter Richtung Osten und Mike, der ja ein paar Tage in Singapur verbringen wollte, kommt schließlich ebenfalls in Kuching an. 
Mike ist in der Zwischenzeit von einem Einheimischen kontaktiert worden, der unsere Motorräder am Hafen in Port Klang gesehen hat. Da man es in Asien mit Datenschutz nicht so genau nimmt, hat dieser kurzerhand die Whatsapp Nummer vom Hafenwart bekommen. Li verschifft gerade ebenfalls sein Motorrad nach Kuching, wohnt in Borneo und will uns unbedingt treffen. Was sich am Anfang noch als etwas schräge Nummer anhört, wird sich allerdings noch als absoluten Glücksfall für uns herausstellen.

Samstag, 20. April 2019

Der Monsoon kommt früh dieses Jahr

Alle glücklich in Malaysia angekommenSchon auf den wenigen Kilometern nach der Grenze fällt auf, dass Malaysia deutlich sauberer ist als die anderen südostasiatischen Länder. Unser Ziel ist die kleine Insel Penang im Nordwesten. Die Hauptstadt Georgetown ist mittlerweile ziemlich modern und multikulturell. Es gibt ein little India, ein Chinatown, moderne Einkaufszentren und eine Altstadt die ein wenig an ein Künstlerviertel erinnert.
Kurz bevor wir die Brücke vom Festland nach Penang erreichen, werden wir wieder einmal fast von der Straße gespühlt. Wie wir auch in Thailand und Kambodscha bereits festgestellt hatten, scheint der Monsoon dieses Jahr auch in Malaysia früher einzusetzen als normal. In Georgetown suchen wir uns dann völlig durchnässt erst einmal eine trockene Unterkunft. 
Bier ist in Malaysia nicht so einfach überall zu bekommen und ist normalerweise auch sehr teuer. Auf unserem abendlichen Streifzug durch die Gassen, kommen wir allerdings an einem etwas versteckten Platz in der Altstadt vorbei, der bei den Einheimischen ziemlich bekannt zu sein scheint. Eine große Gruppe von Menschen sitzt auf maroden Plastikstühlen mitten auf der Straße und trinkt Alkohol. Für Malaysia ist das schon ein etwas ungewöhnlicher Anblick. Getränke bekommt man in einem heruntergekommenen Schuppen direkt daneben, wo ein dicker Chinese in einem hochgekrempelten Feinripp-Unterhemd seine Wampe stolz präsentiert und dabei im Sekunden Rhythmus alkoholische Getränke verkauft. Es scheinen recht viele internationale Studenten aus aller Welt hier abends abzuhängen, weil es wohl der einzige Platz weit und breit ist, einigermaßen günstig Alkohol zu bekommen. Auf jeden Fall ist es sehr amüsant zwischen unzähligen Leuten aus aller Welt in einer verratzten Gasse auf ebenso verratzten Plastikstühlen zu sitzen und sich zu unterhalten.

Blick von oben auf den Nationalpark in Penang
Der Bootssteg hat auch schon bessere Zeiten gesehenAm nächsten Tag lassen wir unsere Motorräder in der Unterkunft stehen und fahren mit dem Bus zum nahegelegenen Nationalpark. Die Eintrittsgebühr ist noch einigermaßen in Ordnung, aber der Park hat seine besten Zeiten hinter sich. Der Canopy Walkway, eine Art Baumwipfelpfad, ist schon seit Monaten gesperrt weil er renoviert werden müsste. Die Gebäude neben dem Wanderweg sind zerfallen und schon eine Ewigkeit nicht mehr benutzt worden. Die Holzstege auf dem Trampelpfad sind morsch und zerbrochen. Am Ticket Häusschen wollen sie uns sofort ein Bootsticket andrehen um zum Monkey Beach zu kommen, da man angeblich nicht mehr hinlaufen kann. Wir lehnen dankend ab und versuchen lieber durch den Dschungel dorthin zu laufen, wie es ursprünglich, als der Park noch nicht so heruntergekommen war, auch gedacht war. Die Wanderung ist sehr schön und man trifft auch keine anderen Leute, da vermutlich alle mit dem Boot fahren. Bis auf die zusammengebrochenen Holzstege sehen wir auch keinen Grund, warum man, laut Aussage der Ticket-Damen, nicht zu diesem Strand laufen können soll.
Monkey Beach ist ganz nett, aber von einem Traumstrand doch ziemlich weit entfernt. Auch hier reihen sich ein paar verfallene Bars und Unterkünfte entlang des Küstenstreifens und die meisten davon sind nicht mal mehr geöffnet. Eine russische Influencerin räkelt sich in ihrem sexy roten Bikini auf einem gestrandeten Baumstamm und zu unserer Belustigung, muss Miriam ein paar Fotos für sie machen, da sie offenbar alleine unterwegs ist. 
Unser britischer Kumpel ist leider etwas lauffaul. Daher beschließen wir für den Rückweg ein Boot zu nehmen um den armen Kerl etwas zu schonen.

Schöner Ausblick vom Tempel auf GeorgetownTags darauf besuchen wir noch den Kek Lok Si Tempel. Er gilt als der größte buddhistische Tempel Malaysias. Auch an diesem Ort muss man sich, typisch südostasiatisch, erst einmal durch unzählige Souvenirstände kämpfen, bevor man das Heiligtum erreicht. Man kann dort jeden erdenklichen „China“-Schrott, Klamotten, Parfüm oder auch eine kleine Plastik-Maschinenpistolen für die Kleinen erwerben. Hat man dann schließlich die ganzen Treppen durch das Chaos erklommen, kommt einem der Tempel irgendwie gar nicht mehr so heilig vor, sondern eher wie eine Möglichkeit den Touristen möglichst viel Scheiß anzudrehen. Der Tempelgarten ist allerdings schön gepflegt und der Ausblick auf die Stadt ist auch ganz nett.
Nach dem Frühstück fahren wir am nächsten Morgen Richtung Kuala Lumpur. Da es für einen Tag zu weit ist, beschließen wir bei einer heißen Quelle auf halber Strecke anzuhalten. Am Eingang gib es ein kleines Ticket Häusschen und dahinter eine Wiese mit ein paar Bäumen und sogar einen Campingplatz. Da wir den Campingplatz mit unseren Mopeds nicht erreichen können, dürfen wir unsere Zelte auf der Wiese aufstellen und können so den Großteil unserer Taschen einfach an den Motorrädern lassen. Auch hier ist nicht viel los und die Anlage erscheint ziemlich verlassen. 
Direkt hinter der Wiese fließt ein kalter Fluss vorbei. Überall am Flussbett entlang gibt es kleine Buchten und die heißen Quellen laufen dort einfach aus dem Boden in den Hauptstrom hinein. Man kann es nicht wirklich sehen, sondern muss sich am Ufer entlang tasten um eine Stelle mit geeigneter Temperatur zu finden. Das Ganze ist natürlich belassen und wirklich extrem schön, weshalb wir auch bis lange nach Sonnenuntergang gemütlich im Fluss sitzen bleiben.
Am nächsten Tag fahren wir die restlichen Kilometer nach Kuala Lumpur. Mike's KTM muss das Ventilspiel eingestellt bekommen und braucht auch sonst einen Service. Die Reparatur dauert ein paar Tage und wir nutzen die Gelegenheit nach Langkawi zu gehen.

Schöner Strand in Langkawi
Die Seilbahn auf einen der höchsten Gipfel in LangkawiLangkawi ist eine zollfreie Insel an der Westküste Malaysias. Nachdem für mich in Thailand bereits viele Inseln verhunzt sind, habe ich von Langkawi ehrlich gesagt nicht viel erwartet. Zu meinem Erstaunen ist die Insel allerdings doch ganz nett. Es ist relativ sauber und gepflegt und gibt noch viel Natur. So macht es jede Menge Spaß mit einem Roller die Insel zu erkunden. Klar ist es touristisch, aber es hält sich im Vergleich zu vielen anderen Orten in Grenzen und das Bier ist mit Abstand das Günstigste in ganz Malaysia. 
Es gibt einige schöne Strände und Wasserfälle zu sehen. Eine Seilbahn führt auf einen der höchsten Punkte der Insel, von wo man einen schönen Ausblick hat. Wir nutzen die paar Tage um einfach ein bisschen zu entspannen.
Das Kind schwimmt in seinem Luxus Pool
Zurück in Kuala Lumpur müssen wir uns um unsere Weiterfahrt nach Indonesien kümmern. Wir finden ein privates Appartement etwas außerhalb des Zentrums. Eigentlich war die Unterkunft als komplette Wohnung inseriert, als wir dort aber ankommen ist es nur ein Zimmer in der Wohnung des Besitzers, wir dürfen aber das gesamte Appartement mit Fernseher, Balkon, Swimming Pool, Küche und Waschmaschine benutzen. Außerdem stehen unsere Motorräder sicher in der Garage. Das Appartement ist in einem Hochhaus mit grandiosem Blick auf die Stadt. Mit der Metro ist man in 15 Minuten im Zentrum. Der Besitzer der Wohnung heißt Bernard und ist ein mehr als schräger Vogel. Er ist stock-schwul und macht daraus auch kein Geheimnis – im Gegenteil er macht gerne viele Witze und spottet über die Männerwelt. Er scheint als Kind in einen Topf Red Bull gefallen zu sein, zumindest leidet er meiner Meinung nach schwer unter ADHS. Er spricht zwar sehr gut Englisch, aber es fällt schwer eine Unterhaltung zu führen, weil er ständig mitten drin das Thema wechselt. Obwohl es immer sehr spaßig mit ihm ist, wünsche ich mir immer nach ein paar Minuten einen Baldrian Tee, weil er mich auf Dauer kirre macht. Die Wohnung ist allerdings richtig cool.

Im Inneren des Batu Cave
Vor den Petrona Twin TowersObwohl ich eigentlich Städte nicht wirklich mag, hat mir Kuala Lumpur immer schon gut gefallen. Es gibt ein paar schöne Parks und von überall kann man die beeindruckenden Petrona Twin Towers und den KL Tower sehen. An einem der Tage fahren wir zu den Batu Caves damit sie Mike auch einmal gesehen hat. Das Höhlengewölbe ist immer noch beeindruckend, aber der Ort ist schwer touristisch geworden und hat nicht mehr den Flair, wie vor 10 bis 15 Jahren. Es regnet auch mittlerweile fast jeden Tag.
Für unsere Weiterreise müssen wir unsere Pläne ändern. Ursprünglich wollten wir nach Sumatra übersetzen und von dort nach Osten fahren. Das Schiff wurde allerdings im Oktober 2018 eingestellt und jetzt gibt es nur noch „halb“-legale Passagierboote, die ein bis zwei Motorräder pro Fahrt, für unverschämte 500€ pro Motorrad nach Sumatra überführen. So lange es auf dieser Strecke kein neues Schiff gibt, geht jetzt die neue günstigere Route für Reisende mit Fahrzeug über Borneo nach Indonesien. Wir kontaktieren daher  die Fährgesellschaften in Port Klang, dem nächsten Hafen von Kuala Lumpur, und bekommen ein ganz gutes Angebot in ein paar Tagen. Leider dürfen wir nicht mit auf das Schiff und müssen mit dem Flugzeug nach Borneo fliegen.
Wir haben also ein paar mehr Tage Zeit bis unsere Motorräder verschifft werden. Das trifft sich ganz gut, da unser Carnet de Passage (Papiere fürs Motorrad) nach einem Jahr ausläuft und neu beantragt werden muss. Welcher Schwachkopf auch immer beschlossen hat, dass das Dokument nach einem Jahr ausläuft, hat selber offensichtlich keine Ahnung vom Reisen und sich keinerlei Gedanken gemacht, was für ein Theater es ist, das Ganze zu beantragen. Das CdP bekommt man i.d.R. über den Automobil Club seines Landes – bei uns also der ADAC. Die Aussagen, wie es abläuft, wenn das CdP auf der Reise ausläuft, sind sehr spärlich und unklar. Die offizielle Version besagt, dass man es rechtzeitig von daheim aus neu beantragen muss. Das ist natürlich etwas schwierig, wenn man nicht daheim ist. Die nette Dame, welche beim ADAC dafür zuständig ist, hatte uns allerdings damals gesagt, dass wir das schon irgendwie geregelt bekommen. Daher haben wir uns darum auch erst einmal nicht mehr gekümmert.
Die neue Version war dann, wir können das CdP vom Ausland aus beantragen und es wird dann, nachdem es bezahlt ist, für 90€ pro CdP in den Teil der Welt geschickt, wo man sich eben gerade befindet. Nicht gerade günstig, aber schon mal besser als Version 1. Das Problem ist nun, wenn man ein neues CdP beantragt, hat es auch eine neue Nummer. Befindet man sich gerade in einem Carnet-Land muss man es daher mit seinem alten CdP verlassen, bevor es abgelaufen ist. Außerdem braucht man natürlich auch eine Post-Adresse, wo das neue Dokument hingeschickt werden soll.

Das Kind hat sein Motorrad eingepackt, fertig zum Verschiffen!
Glücklicherweise habe ich im Internet gelesen, dass Reisende aus anderen Ländern ihr CdP verlängern lassen können. Erst auf Nachfrage beim ADAC hieß es plötzlich, dass das wohl auch ginge. Warum bekommt man so etwas nicht sofort gesagt? Die Prozedur ist viel einfacher, man muss das Dokument nicht um die halbe Welt schicken – geschweige denn darauf warten und es behält auch die selbe Nummer. Obwohl man das Dokument schon hat muss man allerdings trotzdem nochmal das Selbe bezahlen, wie für einen Neuantrag. Dazu kommt noch, dass die liebe Frau vom Automobilclub in Malaysia, die das Dokument verlängern muss, das Alles auch nicht kostenlos macht. Letztendlich spart man so zwar kein Geld, aber der Aufwand ist deutlich geringer. Auf jeden Fall konnten wir unser CdP erfolgreich ein weiteres Jahr verlängern und, da wir es für Amerika sowieso nicht unbedingt benötigen, war das für diese Reise zum Glück auch das letzte Mal.
Wenige Tage später bringen wir unsere Motorräder nach Port Klang. Nach anfänglichen Schwierigkeiten den richtigen Hafen zu finden, kommen wir zum Glück noch rechtzeitig an, um unsere Mopeds abzugeben. Obwohl es schon ziemlich spät ist, fährt uns der nette Herr von der Reederei anschließend sogar noch kostenlos in ein Hotel. Tags darauf nehmen wir einen Shuttle Bus zum Flughafen von Kuala Lumpur und fliegen nach Kuching ins sagenumwobene Borneo.